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Segeln in den Niederlande
Anreise-, Abreiseplanung

Auch wenn man die An- und Abreise eher als sekundär betrachtet so stellt sie doch einen entscheidenden Hauptteil der Reiseplanung dar.

Grundsätzlich bieten sich immer die drei Hauptmöglichkeiten für die Anreise/Abreise: Autos, (Charter-) Bus, Zug (d.h. öffentlicher Verkehrt)
Dazu einmal die grundsätzlichen Vor- und Nachteile (Preise und Reisedauer als Vergleich jeweils etwa ab München):
 

Eigene Autos:
Das geht praktisch immer und man kommt relativ nah ans Schiff. Der Tourismus dort ist auf diese Möglichkeit relativ gut ausgelegt.
Die Kosten sind vergleichsweise gering (ca. 100-150 DM pro Person).
Man muß sich dabei um Autos und Fahrer kümmern (Organisationsaufwand) und klären wer welches Auto fahren darf (mehrere Fahrer pro Auto zum Abwechseln) und wieviel wo reinpaßt und welche Kosten für welches Auto anfallen (Sprit, Versicherung, Verschleiß, Geld für Fahrer ?).
Man muß auch entsprechende Karten und Wegbeschreibungen besorgen. Handys für den Notfall sind hier sehr zu empfehlen.
Hat man genügend Autos kann man nötigenfalls viel Platz schaffen für Gepäck, Lebensmittel etc. indem man mit mehr Autos fährt.
Die Reisedauer liegt bei etwa 9-13 Stunden. Man muß nicht umsteigen kann Pausen machen wie man will, aber muß selbst sein Ziel suchen, kann nicht nach belieben aufstehen, hat nicht unbedingt mehr Platz als im Zug und vorallem ist dabei nicht die ganze Gruppe zusammen, sondern weit verstreut. Ein bis zwei Personen müssen pro Auto immer wach bleiben.
Das Auto muß in den Niederlande auf einen (bewachten) Parkplatz/Parkhaus der Geld kostet und nicht überall vorhanden ist.
Mietautos lohnen sich für diese Methode nicht, da sie entweder eine Woche sinnlos herumstehen (teuer) oder aufwendig zurückgebracht oder rücküberführt werden müssen (aufwendig, da keine Rückgabefiliale in den Hafenorten; oft auch teuer).
Resume: Für kleine Gruppen, viel Gepäck und sonst schlecht erreichbare Häfen eine durchaus gute Lösung

Link:

Web.de - Routenplaner (Routenbeschreibung, Reisezeit)
Mapquest (Online Maps) (Straßen im Zielort)


Charter Bus:
Ebenfalls sehr praktisch, da man (fast wie beim Auto) ebenfalls sehr nah ans Schiff gelangt. Auch darauf ist der Tourismus dort gut eingestellt.
Die Kosten sind mit ca. 150 DM - 250 DM etwa so teuer wie der Zug  oder teurer (ev. billiger oder teurer je nachdem welche Angebote man findet, bzw. wieviel Verhandlungsgeschick man hat). So ein Bus muß fast ebenso aufwendig wie ein Schiff gesucht und dutzende von Anbietern müssen angeschrieben/angerufen werden. (Siehe Gelbe Seiten / Branchenverzeichnis unter "Busunternehmer" "Busreisen"). Vergleichen ist hier dringend notwendig und lohnt. Auch Infos über die genaue Busgröße, den Komfort (kann man da schlafen, gibts ein Klos, ....) und den Stauraum (Gepäck, Lebensmittel) sind wichtig.
Mit dieser Method hat man relativ viel Platz und kombiniert im Idealfall alle Vorteile von Auto und Zug. Man muß nicht umsteigen, die ganze Gruppe ist zusammen und man kann auch mal aufstehen oder alle können auch mal schlafen.
Problematischer nur, wenn die Gruppe nicht an einem Ort wohnt sondern weit verstreut ist (dann Kombinieren mit Auto und Zug, kostet ggf. wieder mehr).
Die Reisedauer liegt etwa bei 11-16 Stunden. In einem guten Bus stört das aber nicht sonderlich. Hier bieten sich Nachtfahrten durchaus an.
Resume: Vorallem für große Gruppen interessant und wenn man hier zusätzlichen Organisationsaufwand investieren will (Preiswerte Angebote)

Link:

Web.de - Routenplaner (z.B. zur Reisezeitermittlung)
Mapquest (Online Maps) (Straßen im Zielort)


Zug / öffentlicher Verkehr:
Diese Methode ist nicht immer ganz problemlos, da nicht alle Häfen einen Bahnhof haben und selbst einige Häfen mit Bahnhof per Zug nur schwer zu erreichen sind.
Es empfiehlt sich hier sehr, rechtzeitig vor Buchung des Schiffes den Abfahrtshafen zu checken und zu prüfen wie dieser erreichbar ist.
Die Kosten liegen für Gruppen (5 Personen) dabei bei ca. 175 DM (plus ca. 10 DM Reservierungsgebühr) (kein Liegewagen, kein Schlafwagen!)
Einzelreisende (Normaltarif, 2.Klasse, keine Bahnkart) zahlen einfach ca. 250 DM und Hin- und Zurück ca. 350 DM.
Fahrtzeit ca. 11-18 Stunden, während denen man aber 1-5 mal umsteigen muß.
Es ist hierbei dringend erforderlich rechtzeitig Sitzplätze reservieren zu lassen und man sollte erwägen Liegewägen zu buchen (ca. 2x 33 DM pro Person extra) was aber auch nicht mehr sondern eher weniger Platz in den Abteils bedeutet, aber einem das Schlafen erleichtert (vorallem auch Nachtfahrten).
Beim Zug ist die ganze Gruppe (verteilt auf einige Abteils) zusammen und alle können (theoretisch) schlafen. Man hat ausreichend viel Platz für Gepäck, aber die Mitnahme von Lebensmitteln etc. kann man vergessen. Zudem muß man sein Gepäck öfter und länger tragen und alles transportabel packen.
Beim Zug muß man sich nicht um Reifenpannen oder Ausfall eines Fahrers etc. kümmern, aber dafür muß man bangen ob der Zug pünktlich ist etc.
Vielfach muß man den Zug mit niederländischem Regionalverkehr kombinieren, was aber problemlos möglich ist. Dort gibt es eine Reihe von Bussen, Zügen, Schiffen und Ruftaxen die einen bis an sein Ziel befördern und das sehr pünktlich, recht zuverlässig, nicht allzu teuer und ziemlich universell.
Man muß aber etwa 5-20 DM pro Person für Tickets noch hinzurechnen und sollte die Verbindung auch bereits vorher von zuhause aus Recherchieren.
Der Vorteil am Zug ist, daß beliebige Leute auch kurzfristig noch abspringen oder hinzukommen können, oder beispielsweise von woanders aus Anfahren oder bei der Rückfahrt erst später zurückfahren. Einzig für den Kauf von Gruppentickets muß man rechtzeitig seine Gruppe/Grüppchen beisammen haben um dementsprechend rechtzeitig die Reservierungen machen zu können, die meist dringend notwendig sind.
Resume: Für variable Gruppen oder eher kleinere Gruppen ist das mit die universellste Lösung, wenn der Hafen gut zu erreichen ist.

Links:

Deutsche Bahn Fahrplan Auskunft
OVR - Niederländischer Regionalverkehr Auskunft
Mapquest (Online Maps) (wie weit ist der Bahnhof vom Ziel weg)


Öffentlicher Nahverkehr in den Niederlande:

Der öffentliche Nahverkehr in den Niederlande ist relativ gut ausgebaut und relativ zuverlässig und dabei alles in allem eher günstig (von einigen deutlichen Ausnahmen abgesehen). Sehr gute Informationen zur Reiseroute, wie auch zum Fahrpreis erhält man über OVR - Niederländischer Regionalverkehr Auskunft . Hier muß man aber ein bischen herumspielen um jeweils das richtige zu finden und sich auszukennen. Klickt man zum Beispiel "Extended" an, erhält man mehr Manipulationsmöglichkeiten und kann zum Beispiel "Show Stops" anklicken. Dadurch kann man vor der eigentlichen Suche welche Haltestellen in der Nähe des angegebenen Ziels und Starts ebenso so gut und passend sind und dadurch erhält man gleich eine Ahnung davon wie nah die angegebenen Ziel und Starthaltestellen an anderen Orten liegen. (Angegeben ist jeweils die Laufzeit in Minuten). Dies kann man mit Detailkarten von Mapquest (Online Maps) kombinieren. Man muß allerdings immer nicht nur einen Ort sondern auch eine Haltestelle eingeben, aber diese läßt sich im allgemeinen raten. Z.B. "CS" = Hauptbahnhof, "station" = Bahnhof, "haven" = Hafen, ... . Bei vielen Orten gibt es mehrere Alternativen. Abkürzungen wie "fr" (= Friesland) geben dabei meist die Region an in der der Ort ist (falls es mehrere davon gibt) oder es ist die Insel mit angegeben (z.B. "Nes - Ameland"). Hier hilft im Zweifelsfall rumprobieren und ein Vergleich der ausgegebenen Strecke mit einem Atlas oder den Onlinemaps.
Auf die angegebenen Verbindungen kann man sich ziemlich gut verlassen. Sie stimmten im allgemeinen Minutengenau. Man muß aber mit einigen Verkehrsmitteln vorsichtig sein, denn der OVR gibt einem Auskunft über ein Netz sehr sehr unterschiedlicher Verkehrsmittel die man nicht alle so ohne weiteres nutzen kann oder will. Da gibt es "Bellbus" (= Rufbus, muß man vorher wohl telefonisch bestellen, anrufen), "Schooltransport" (= Schulbus, unklar ob man den einfach so benutzen kann), "Burubus" (meist sehr klein für max. ca. 10 Personen, d.h. nicht für größere Gruppen) und diverse Schiffe und Züge (S-Bahnartig, Strassenbahnartig, bis Schnellzugartig, nicht alle davon stehen auch in der Datenbank der Bahnauskunft, aber einige). Entsprechend braucht man meist auch ganz verschiedene Tickets (bzw. es ist manchmal sehr schwierig herauszufinden was wo gilt). Es ist hier nützlich immer Kleingeld dabei zu haben (für Automaten vorallem) und man sollte (falls man es abschätzen kann) vorher Streifenkarten kaufen (z.B. 45er für 38 NLG) die man an vielen Bahnhöfen und vielen VVV Büros erhält, weil man damit oft bis zu 50% billiger fährt als wenn man die Tickets direkt im Bus kauft. Gerade für größere Gruppen bietet sich das an. Bei einigen kleinen Regionalzügen muß man übrigens die Tickets vorher selbst stempeln und es gibt drinnen keinen Verkauf. Das immer zu wissen ist oft etwas schwierig. Niederländer sind aber meist sehr hilfsbereit und ahnungslose Touristen gewöhnt. Grundsätzlich scheinen die 45er Streifenkarten recht oft zu gelten, allerdings ist es manchmal schwierig zu ermitteln wieviele Streifen man für eine Fahrt abstempeln muß. Es gibt aber viele verschiedene Buslinien (z.B. Noordned, Arriva, ...) und verschiedene Regionalbahn und Schiffsbetreiber (z.B. Wagenbourg für Ameland) wo man nie genau weiß was sie jetzt wie wo akzeptieren und für was man wie wo wann schonmal mitstempeln kann oder jetzt schon bezahlt hat. (Fährbetrieb auf die Inseln beispielsweise ist im allgemeinen immer inklusive Rückfahrt).

Mit dem OVR kann man seine Reise von daheim aus schon wochen im vorraus, bis auf die Minute genau planen. Auch fünf, sechsmal mal umsteigen ist kaum ein Problem. Die Busse und Bahnen sind pünktlich, man findet relativ überraschend leicht meist alles und gondeld dabei übers Land, durch kleine Dörfer und durch die Pampas, steigt irgendwo aus und pünktlich nach 2 Minuten kommt ein anderer Bus und nimmt einen weiter mit. Das kann auch grob daneben gehen, aber ich persönlich habe damit ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht und es ist eine sehr nette Art das Land zu bereisen. Am besten geht das mit kleinen Gruppen von 3-7 Leuten.
 

Was alles daneben gehen kann:

Grundsätzlich natürlich alles. Nachfolgend aber einige Stories die so wirklich passiert sind und die einem vielleicht eine Lehre sein können:

Grundsätzlich sollte man Züge unbedingt vorher reservieren, denn in der Hauptsaison sind die Züge oft so überfüllt daß sich alles am Gang gegenseitig erdrückt. Dann kann es sein daß der Zug gestoppt wird und daß alle die keine Reservierung gemacht haben aussteigen müssen (ein entsprechendes Bahnbeamten- und Polizeibeamtenaufgebot sorgen dann auch dafür). Man kommt dann zwar mit einem der nächsten Züge weiter (meist sogar 1.Klasse) aber ist eben dann einige Stunden hinter dem Zeitplan und vielleicht passenden dann die ganzen Anschlüsse auch nichtmehr.

Es gibt auch in den Niederlande den Fall daß Züge geteilt werden. Eigentlich kann man das schon sehen (steht meisst an den Anzeigern am Bahnsteig und auch an den Wägen) daß verschiedene Zugteile in verschiedene Richtungen weiter fahren, aber man muß eben darauf achten. Wenn zum Beispiel an der Station an der man einsteigt geteilt wird und dann ein Zug etwa zur richtigen Zeit ankommt aber in eine falsche Richtung zu fahren scheint, dann sollte man am Bahnsteig etwas vor oder zurück kucken ob nicht ein anderer Teil des Zuges dorthin fährt wo man hin will. Die Bahnsteige (spoor) werden entsprechend immer mit Nummern und Buchstaben (a/b) bezeichnet, wobei die Buchstaben den Abschnitt des Bahnsteiges angeben. Deshalb kann auf 8a ein Zug in eine andere Richtung abgehen, als gleichzeitig (oder kurz danach oder davor) auf 8b. Nicht zu verwechseln ist das mit der detailierten Positionsangabe auf dem Bahnsteig die man bei den Wagenstandsanzeigern findet und die meist von A bis etwa M reicht.

Bei der Reservierung von Tickets muß man eigentlich immer erst ein Ticket haben und kann dann erst die Reservierung machen. Das bedeutet eigentlich auch daß man nur Strecken und Zeiten reservieren kann in denen das Ticket gültig ist. Vor Irrtümern des bearbeitenden Bahnbeamten ist man dabei allerdings nicht sicher. So kann es passieren, daß man für den 27.7. eine Reservierung erhält aber das Ticket eigentlich erst vom 13.8. an gültig gewesen wäre und man eigentlich für den 27.8. eine Reservierung haben wollte. Auf solche Details kommt man aber vielleicht garnicht (oder erst im Zug und dann ists schon etwas spät).

Bei der Fahrt mit Auto oder Bus aus den Niederlande nach Deutschland (aber auch im Zug) kann es durchaus sein, daß man nach Drogen durchsucht wird. Deren Einfuhr und Besitz ist illegal (wie man wissen sollte). Aber auch wenn man nichts dabei hat, kann einem das auspacken von mühsam eingepacktem Gepäck tierisch auf den Sack gehen und ein Haufen Zeit und Arbeit bedeuten. Mit entsprechenden Verspätungen dadurch muß man im schlimmsten Fall rechnen. Es soll aber auch schon Leute gegeben haben, die ganz zufällig einen Haufen Plastiktütchen dabei hatten mit verschiedensten (weißen) Pülverchen wie Zucker, Mehl, Backpulver, ... . Doch nicht deren Schuld dann daß der Zoll drauf bestand jedes dieser Tütchen im Labor für einige tausend Mark analysieren zu lassen. :-)
 

Wer weitere schöne Stories hat kann diese gerne einschicken (mathias@ANTISPAM@fascination.de)
 
 


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