(index) (upper index) (framed index) (bounce out)
[FASCINATION] / [SEGELN] / [LEBEN AN BORD] /

Kosten, Ausgaben

Eine Pauschalreise ist das Segeln sicherlich nicht, aber es muß auch nicht zum puren Luxus werden. In der Tat ist Segeln billiger als die Kreuzfahrt auf einem Luxusliner, aber dafür muß man eben auch noch wesentlich mehr selbst machen. Segeln ist keine pure Entspannung sondern eine rollende Riesen WG mit Extraarbeiten. Entsprechend gestalten sich auch die Kosten

Anreisekosten

Zu bezahlen ist erstmal die Anreise. Je nachdem ob man fliegt (wie in die Karibik), selbst mit Autos fährt oder mit dem Zug fährt kostet es unterschiedlich viel. Das Auto ist sicherlich sehr billig, aber auch relativ stressig. Zu empfehlen ist eigentlich der Zug, zumal es für große Gruppen deutliche Ermäßigungen gibt (auch wenn man oft aufdringlich nachbohren muß, bis man statt des Normalpreises den Gruppenpreis gesagt bekommt) Dafür kann man mit dem Zug nicht direkt zum Schiff und keine Großeinkäufe von weither zum Schif schleppen. Entsprechend wirds dadurch wieder etwas teurer. Die Kosten für die Anreise reichen von 40 Mark (per billigem Auto und kurzer Fahrt), über 150 - 300 Mark (per Zug und mittlerer - langer Fahrt) bis zu gut 1000 DM (Flug über sehr lange Strecke). Um die ev. hohen Anfahrtskosten besser zu nutzen sollte man deshalb lieber länger Segeln (2 Wochen oder länger).

Bootskosten

Die Kosten für das Boot sind am besten zu kalkulieren. Sie belaufen sich zum Beispiel für Charterschiffe auf dem Ijsselmeer (inkl. Besatzung und Sprit) auf ca. 280 - 420 Mark pro Person und Woche. Für das Mieten einer 14 Meter Yacht in der Adria zahlt man hingegen schonmal 400 - 600 Mark pro Person und Woche. Auch hier gilt: Wenn man länger fährt wirds etwas billiger (pro Person und Woche). Die Preise haben natürlich einen Haken. Als Privatperson kalkuliert man gerne pro Person, aber der Vercharterr kalkuliert pro Schiff. Kriegt man ein gemietetes Schiff nicht voll, dann wirds richtig teuer. Ein halbvolles Schiff kostet dann eben pro Person gleich das doppelte. Andererseits muß man die Schiffe viele Monate im Vorraus chartern und bezahlen, wenn man noch ein gutes in der Saison kriegen will. Leute die einmal gesagt haben daß sie mitfahren müssen deshalb auch mit oder eben die entstehenden Kosten tragen. Für Notfälle, Unfälle und familiäre Ausnahmesituationen gibt es dafür sogenannte Reiserücktrittsversicherungen, deren genaue Konditionen und Preise man aber auch wieder prüfen muß. Es empfiehlt sich im jeden Fall Crew Verträge zu machen, sonst steht man auf einmal mit Kosten von vielen tausend Mark ganz alleine da und hat ein Schiff mit dem man nichts anfangen kann.

Verpflegung

Als nächster Posten kommt die Verpflegung hinzu. Dafür kann man pro Woche und Person ca. 100 DM rechnen. Diese Reichen (in Deutschland und vergleichbarem Ausland) relativ gut und genau aus ohne daß man knausern muß. Masseneinkäufe beim Supermarkt zu Reisebeginn sind dabei nur bedingt sinnvoll. Einerseits muß man das ganze Zeug herumschleppen, andererseits kann man so vorweg (auch mit viel Erfahrung) nur schwer genau kalkulieren. Ists warm braucht man mehr zu trinken. Ists kalt braucht man weniger zu trinken. etc. etc. Also lieber nur für einige Tage und 1/3 - 1/2 des Gesamtgeldes zu Beginn einkaufen und den Rest dann situativ nachkaufen. Auf diese Weise bleibt am Ende auch statt Essensreste etwas Geld übrig (falls was übrig bleibt).

Versicherung

Ein weiterer Kostenpunkt ist eine mögliche Versicherung. Es bieten sich hier Versicherung bezüglich Reisegepäck und Wertgegenständen an, sowie Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung und Rückholversicherung. Fürs Segeln sind je nach Jahreszeit und Chartervertrag auch Sturmversicherung, Havarieversicherung, Kautionsversicherung und Eisgangversicherung zu überlegen. Eine sinnvolle billige Versicherung kommt hier vielleicht auf 20 - 80 Mark pro Person und Woche, je nach Umfang und Art. Sie ist nicht da um kleine Schäden von einigen hundert Mark zu decken sondern ist für richtig fette Broken mit vielen tausend Mark da, die man eben auch nichtmehr selbst tragen könnte. (Das ist ja das sinnige Prinzip einer Versicherung. Vor Schäden decken die ruinös wären. NICHT etwas vor jeglichen Ausgaben und kleinen Verlusten schützen. Wer das will zahlt sicherlich auf Dauer drauf.) Wenn man selbst für das Boot und die Manschaft verantwortlich ist, sollte man unbedingt eine Versicherung für den Fall eines Verlustes von Boot oder gar Menschenleben abschließen. Ein Boot kostet nicht nur ein paar  tausend Mark sondern gleich mal viele zehntausend oder hunderttausend Mark. Menschenleben und Gesundheit sind eigentlich nicht zu bezahlen, aber die Schmerzensgeld- und Schadensersatzklagen können einen trotzdem ruinieren. Genau dafür ist eine Versicherung gut und sinnvoll. Ansonsten sollte man schauen daß nichts passiert.

Restrisiken

Ein Restrisiko bleibt aber trotzdem immer. Auch wenn die Havarieversicherung zahlt sind einige tausend Mark Selbstbeteiligung dabei. Diese müssen dann alle von der Manschaft zahlen und darüber müssen sie sich auch im Klaren sein (Crewvertrag!). Ansonsten können auch einige Mehrkosten dazukommen, z.B. wenn man durch blöde Umstände unversicherte Schäden hat oder vielmehr für Sprit ausgeben muß als veranschlagt. Man kann da garnicht an alles denken. Deshalb sollte hier der Grundsatz gelten: Alle in einem Boot. Für Kosten die am Ende der Reise übrig bleiben müssen daher alle gemeinsam geradestehen. Wer das nicht will und Pauschalreisen vorzieht sollte entweder das Segeln sein lassen oder aber akzeptieren daß der Risikoträger dann auch horrende Summen für die Übernahme dieses Risikos einbehält (und sei es um sich selbst ausreichend zu versichern oder wozu auch immer). Das sind eben die Gesetze der freien Marktwirtschaft. Bei Geld (vorallem wenns viel wird) ist eben bekanntlich schnell schluß mit lustig.

Freie Rest-Plätze

Ein anderes Restrisiko läßt sich aber nicht so leicht lösen: Was wenn man das Boot nicht voll kriegt. Ein 16 Mann Boot mit nur 8 Leuten (wo schon eine Grund-Crew drauf ist) läßt sich zwar noch segeln, aber es ist anstrengend und für die 8 Leute eben auch doppelt so teuer. Erstmal hat der Organisator das Problem, weil er bezahlt das Boot und muß sich das Geld von den Teilnehmern irgendwie wiederholen. Die werden aber wohl nicht begeistert sein, wenn die Reise einige tausend Mark kosten kann (falls keiner außer ihnen sich mehr anmeldet). Deshalb wird man einen Kompromiß finden müssen. Zum einen vorher abschätzen und herumfragen wer mit will. Sofern irgendwie möglich sollen sich die Leute vor Bestellung des Bootes bereits fest anmelden. Dann lieber ein etwas kleineres Boot nehmen (lieber gleich ganz voll als bis zum Ende bangen müssen). Dann ev. Anreize bieten mit denen man das Boot schnell voll bekommt. Ein wichtiger Trick besteht noch darin einen Pauschpreis festzulegen der sich auf ein nicht ganz komplett gefülltes Boot bezieht aber noch eine verträgliche Höhe hat. Für ein 16 Personen Boot kann man den Pauschalpreis z.B. festlegen indem man den Gesamtpreis auf nur 13 Leute umlegt. Sobald man nun 13 Leute hat ist man aus dem Schneider. Alles was über 13 Leuten mitkommt macht die Sache nurnoch billiger. Das ist besser und einfacher als Geld nachfordern. Es freuen sich nach dem Urlaub bestimmt alle wenn sie sogar noch was herausbekommen. Trotzdem bleibt das Risiko, daß weniger als 13 Leute mitfahren. Dieses Risiko kann man sich aber von Anfang an mit mehreren Leuten teilen. Diese haben dann auch ein natürliches Interesse möglichst viele Mitfahrer noch ins Boot zu bekommen. Und wenn dann 500 Mark ungedeckt bleiben sind es bei 4 Verantwortlichen nurmehr 125 Mark. Halb so schlimm. (Vielleicht sind die anderen Teilnehmer ja dann auch rückblickend so nett und übernehmen das zu gleichen Teilen mit.) Übriegens solches Restrisiko versichern zu lassen ist so gut wie aussichtslos und das Boot zu stornieren ist meist noch viel teurer. (siehe auch Kostenrechnung)

Private Ausgaben

Sonstige private Ausgaben für Postkarten, besonderes Essen, Duschen, Souveniers, etc. fallen übrigens kaum ins Gewicht, da man sich meist sehr viel am Schiff aufhält und schon damit genug zu tun hat. Wenn man mal länger in einem Hafen bleibt, kann es trotzdem teurer werden. Erfahrungsgemäß kommt man aber meisten mit etwa 20 - 60 Mark pro Person und Woche ganz locker hin.

Gesamtkosten

Ein zwei wöchiger Segelurlaub in der Adria auf einem 8 Personen Schiff ohne bezahlte Crew in der Vorsaison und mit einer Hin-/Rückfahrt per Auto kostet so etwa ab 1500,-- DM pro Person. Ev. auch etwas mehr. (Pro Woche also gut 750, --) Das ist nicht billig aber normal.

Ein Karibiktörn für 2 Wochen mit einem Skipper auf ähnlich großen Schiffen mit Flug kommt hingegen leicht auf 3000 - 3500 Mark pro Person (also über 1500 Mark pro Woche).

Hingegen sehr billig ist eine Fahrt in der Hauptsaison auf einem der originalen alten Segelschiffe für ca. 16 Personen (inkl Skipper und Sprit), Anreise per Bahn und nur für eine Woche (daher die eigentlich wesentlich teurere Variante). Alles in allem gut  600 DM
In einem konkreten Fall waren das pro Person (für 1 Woche) 85 DM für Verpflegung, 175 DM für den Zug, 328 DM für das Boot, 20 DM Versicherung und noch 8 DM (fairerweise) für Porto etc (denn sowas will ja auch irgendwas organisert sein). Macht insgesamt 615 DM für eine Woche. Das ist billig, sogar im Vergleich zu anderen Urlaubsmöglichkeiten und Spaß macht es allemal.
 


www.fascination.de [Interna]
 Akutelles, Copyright, Impressum, Kontakt, Support, Gästebuch, Sitemap, Suchen, Credo, Aktionen, Legende, Statistik