(index) (upper index) (framed index) (bounce out)
[FASCINATION] / [MEDIENPOOL] / [BILDERREISE]


Lissabon

Eine Urlaubsreise in Bildern durch Lissabon. 32 Farbfotos, aus dem Jahr 1997/98, als JPG Bilder. Gesamtgröße ca. 0,9 MB. Ladezeit (ISDN) ca. 3 Minuten

 Lissabon (Lisboa) - Hauptstadt von Portugal, an der Westküste der iberischen Halbinsel. 1998 Gastgeber der Weltausstellung Expo. Zur Orientierung gibt es eine Übersichtskarte der Innenstadt (weder die weit östlich gelegene Weltausstellung, noch die weit westlich gelegene alte Hängebrücke sind hierauf allerdings zu sehen)

(zur Bilderreise-Übersicht) (zur Bilderreise London)



 
 
Lissabon liegt unter starkem mediteranen Einfluß und hat daher ein stets recht mildes Klima. Im Sommer wird es selten wärmer als 30°C während die Temperaturen im Winter auch nicht unter 10°C rutschen. Es herrscht immer ein angenehmes warmes Klima. Regen und Sonne lösen sich hier oft täglich ab. Aber auch die Regentage im Winter sind hier kaum störender als ein Sommergewitter in Deutschland. Die Vegetation und auch die Bauwerke zeigen dieses Klima deutlich an. Baulich ist man hier überhauptnicht auf harte Winter eingestellt. Frostschutz oder Heizungen gibt es sogut wie nicht. Wenn es wirklich deutlich unter 0°C hätte, wäre das katastrophal. Dafür ist die Stadt fast ständig von einer gewissen Grundfeuchte eingehüllt. Die Luft ist feucht und manchmal schwülwarm. Hier etwas trocken zu bekommen kann recht schwierig werden.
Auf den ersten Blick ist Lissabon sicherlich nicht viel anders als jede andere europäische Hauptstadt. Sie hat einen südlichen Touch, wie man ihn in auch Spanien, Italien und Griechenland finden würde. Die speziellen Besonderheiten fallen einem vielleicht erst auf den nächsten Blick auf. So ist Lissabon eine kulturell sehr bedeutsame Stadt mit einer historischen Vergangenheit die einen vorallem an die Kolonialisation Amerikas erinnern mag. 

Wenn der Dunst und Nebel über die Stadt schwebt, hat es fast den Anschein, als würde man durch den Nebel der Zeit, auf diese Epoche der Geschichte zurückblicken. 

Im Stadt Museum findet man eine breite Palette an Gemälden und Stichen aus dieser Zeit, in der Lissabon seine wirtschaftliche Blüte hatte. Soviel anders mag die Stadt damals jedoch nicht ausgesehen haben. Die Häuser sind zwar inzwischen fast alle erneuert, aber der Gesamteindruck der Stadt, wie sie sich über die vielen Hügel hin erstreckt, ist doch fast derselbe geblieben.

Hier ein Bild aus der "Baixa" mit dem alten Personenaufzug. Dieser verbindet die "Baixa" mit dem "Bairro Alto". Der Höhenunterschied in Lissabon ist oft so groß, daß man steil den Höhenunterschied zu Fuß nur mit Mühe überwinden kann. Dies hat hier zu dieser absonderlichen Konstruktion geführt. Der Aufzug bringt die Fußgänger ein paar dutzend Meter nach oben und von dort aus können sie über eine kurze Brücke in das dahinterliegende wesentlich höher gelegene "Bairro Alto" hinübergehen. 
Lissabon hat aber nicht nur alte Seiten, sondern auch viele neue Prunkschlössel und Nobelbauten. Marmor kommt hier viel und reichlich zum Einsatz da er in der Region günstig zu haben ist. Die Bauexzesse indess muten oft recht seltsam an. Durch das Klima verfallen alle Bauwerke schnell zu einem unansehnlichen Grad. Mitten in dieses romantische Szenario des leichten Vefalls wird dann hie und da ein neuer Prachtbau gesetzt der sich deutlich von seiner Umgebung absetzt. Dieser verfällt dann auch wieder langsam, und so weiter. Dies führt zu einem kontrastreichen Bild aus sehr viel romantisch altem, etlichen Baustellen und einigem gerade neu gebauten. Anfang 98 war dieses Bild besonder deutlich zu sehen, da in Vorbereitung auf die Weltausstellung sehr viel gebaut wurde. Im rechten Bild sieht man eine solche Baustelle mit der die neue U-Bahn durch das Stadtzentrum gelegt wurde.
Die U-Bahn ist für europäische Verhältnisse modern und neu. Im Prinzip unterscheidet sie sich aber auch nicht besonders von U-Bahnen in anderen Großstädten. Die Fahrpreise sind relativ niedrig. Dafür besteht die U-Bahn aber auch erst aus zwei Linien, die man sogar auch noch zu einer einzigen hätte zusammenfassen können. Ganz links oben in der Ecke ist der Übersichtsplan dieser zwei Linien zu sehen (blau und gelb). Die U-Bahn stellt vorallem eine Verbindung mit dem nördlichen Stadtzentrum her und dreht am Rossio wirder nach Norden um. An der Rotunda (Praca Marques de la Pombal) treffen sich die zwei Linien. Hier entsteht zusammen mit einigen Geschäften der erste Umsteigebahnhof von Lissabon. Der Süden der Alltadt nahe dem Meer bleibt jedoch auch weiterhin U-Bahntechnisch unerschlossen. Hier dominieren vorallem Busse und Straßenbahnen das Bild. 
Durch den Bauboom entstehen eine Vielzahl an modernen aber dennoch atmosphärisch sehr stilvolle und bezaubernde Orte. Hier das Gewölbe eines Durchgangs einer U-Bahnstation. Diese beeindruckende indirekte Beleuchtung des Gewölbes würde man vielleicht in einem Museum erwarten, nicht jedoch in einer U-Bahnstation. Die Menschenmassen indess scheinen davon völlig unbeeindruckt zu sein. Sie haben sich an diese und ähnliche Bauwerke längst gewöhnt. Für den Lissabonner sind sie Alltag. Für den Tourisen sind sie Teil eines großen Stadt-Gesamtkunstwerkes.
Der Bau der U-Bahn veränderte das Erscheinungsbild dieser Stadt deutlich. Historisch gab es vorallem Straßenbahnen und an den zahlreichen steilen Hängen, diese besondere Form der Straßenbahn, die durch ihre assymetische Konstruktion ein gerades Sitzen im Inneren ermöglicht. Die Straßen in denen die Bahn fährt, sind manchmal so eng, daß kaum noch Platz ist für Fußgänger. Besonders deutlich wird dies bei einer Straßenbahnlinie die durch die "Alfama" fährt. Diese Straßenbahn ist als kostengünstige Touristenrundfahrt so derartig beliebt, daß man davon ausgehen sollte in der Straßenbahn nur selten einen echten Lissabon anzustreffen. Man kann getrost davon ausgehen, daß hier nur Touristen anwesend sind.
Die Alfama ist ein traditionelles und touristisch der beachtetes Stadtviertel in dem die chaotische Bauweise des Mittelalters deutlich zu sehen ist. Zusammen mit dem unebenen Terrain ergibt sich daraus eine interessante irrgartenartige Situation. An einer Hauswand kann man diese Karte der Alfama sehen. Dabei ist besonders auffällig, daß die Karte aus Fliesen (fast wie Kacheln im Bad) aufgebaut ist. Dies ist ein wesentliches Merkmal von Lissabon, das anscheindend ein traditionelles Spleen für solche Kacheln hat. Wenn man bei feuchtem Wetter abends durch die Baixa geht, wird man fast wie in einem gigantischen Schwimmbad oder Schwimbecken fühlen. Am Boden das feuchte Marmormosaik, an den Wänden stockwerke hoch helle feuchte Kacheln. Dazu eine feuchte warme Luft. Fast will man hier nach den Umkleiden fragen.
Die Alltstadt wird auf subtile Art vom Castelo, der historischen Burg, dominiert. Hier der Blick vom Praca da Figueira hinauf zum Castelo. Rechts der Bildmitte kann man gerade noch den blauen Schriftzug "Boas Festas" erkennen. Dieser verkündet um die Weihnachtszeit herum frohe Grüße zum Fest. Und auch ansonsten findet man in der gesamten Stadt zum Jahresende auf Schritt und Tritt Weihnachtsbäume, Weihnachtsgrüße, Weihnachtsmänner, Renntieren und überall spielt Weihanchtsmusik. Die Stadt scheint sich in einem wahren Weihnachtsrausch selbst hoch zu puschen. Der allgegenwärtige Weihnachtliche Gruß, hat aber für den angetrunkenen Touristen einen wichtigen Vorteil, denn er läßt besonders gut aussprechen mit einer etwas unkontrollierten Zunge. (Sprich: "Boh-asch Vehsch-dasch")
Blickt man vom Castelo auf die Baixa hinunter ergibt sich einem dieses Bild. Etwas rechts von der Mitte kann man den Praca da Figueira erkennen mit der dunkelgrünen Spitze des gigantischen Weihnachtsbaumes. Dahinter liegt der wichtigste Platz von Lissabon, der Rossio. Dort läuft die Hauptachse von Lissabon von links nach rechts. Im oberen rechten Bildeck sieht man noch am Horizont die drei Türme des Amoreiras Shopping Centers. Etwas hinter dem Rossio kann man die Halle eines wichtigen Zug-Bahnhofes erkennen. Das Meer selbst ist hier nicht zu sehen, da der Blick direkt nach Westen geht und es in dieser Richtung zuweit entfernt liegt. Würde man von hier aus aber weiter nach Links blicken, könnte man den Tejo sehen, der nur einige Kilometer weiter in das Meer fließt.
Am Castelo selbst ist wildromantischer Park angelegt, der bei Nebel sehr mystisch gespenstisch anmutet. Von hier aus hat man die gesamte Stadt gut im Blick und es sind hier immer eine Menge Touristen an zu treffen, die die Aussicht genießen oder nur Rasten. Der nicht ganz leichte Aufstieg führt einen zu Fuß durch die Alfama. Auf dem Weg findet man mit etwas Glück in dem Labyrinth auch den einen oder anderen nostalgischen Trödlerladen oder ein Antiquariat. Touristenshops gibt es hier natürlich auch, aber sie dominieren das Bild noch nicht. Der Park der Burg selbst wird von Aufsehern überwacht deren Funktion dem Touristen nicht ganz klar wird. Zumindest sind sie dafür zuständig nach Sonnenuntergang die Besucher aus dem Park zu bitten und die Tore zu schließen. Wer also hier Nachts einen Blick auf das Lichtermeer der Allstadt werfen will, könnte vor verschlossenen Toren stehen. Aber es gibt etwas nördlich der Burg auch andere schöne Aussichtspunkte an denen man in lauen Sommernächten in einem Kaffee auf Stadt und Tejo blicken kann. All diese Punkte sind aber nur selten durch eine gerade Linie oder ohne Aufstieg zu erreichen.
Wenn man vom Castelo richtung Tejo blickt so ergibt sich einem etwa dieses Bild. Je nachdem wie dunstig es ist, wird man vielleicht nichtmal den Fluß erkennen können, oder zumindest nicht viel mehr als diesen erkennen. Bei klarer Sicht, sieht man den Fluß, das andere Ufer, die Brücke, das Meer und die große Jesus-Staatue am anderen Ende der Brücke. Auf dem unteren Bild erkennt man die Staatue als dritten Turm am Horizont, links neben den zwei Türmen der Hängebrücke. Die Brücke verbindet die zwei Seiten des Tejo und erspart einem somit das aufwendige Einschiffen auf einer der Fähren. Von diesem Blickwinkel aus links, ist die große Bucht des Tejo. An deren Ufer sind viele Städte die immernoch am schnellsten per Schiff zu erreichen sind. Natürlich fahren diese nicht häufig und nicht die ganze Nacht hindurch. Was den Schiffsfrachtverkehr angeht so sind heute relativ wenige Schiffe zu sehen. Ein oder zwei große Frachter oder Tanker sind aber immer auf dem Fluß zu beobachten wie sie herein oder herausfahren. In der Blühtezeit waren es jedoch viele dutzend kleinerer Segler die ständig auf dem Fluß unterwegs waren.

Gehen wir aber wieder von der Burg nach unten. Vorbei an zahlreichen Hinterhöfen und Häusern wie diesem. Der eine mag es für verkommen halten, der andere mag es malerisch nennen. Es hat jedenfalls seinen eigenen besonderen Stil wie man ihn nicht unbedingt gewohnt ist. Fast schon hat man den Anschein, als seien hier große Bevölkerungsschichten überaus arm. In der Tat ist die Bevölkerung in Portugal nicht gerade reich. Lissabon selbst ist jedoch noch relativ reich, verglichen mit dem Landesdurchschnitt. Daß es sich bei den Menschen in den Häusern nicht um arme Bettler handelt, wird einem spätestens dann klar, wenn man die zahlreichen Autos sieht. Die Fehldeutung die man hier leistet, ist einfach, daß auch in einem äußerlich anscheinend verfallenen Haus wohlhabende Leute wohnen können. Es wird hier vielleicht einfach nicht soviel Wert auf äußeren Prunk gelegt. Das hier zu sehende Erscheinungsbild ist vielleicht einfach normal. Wirklich arme Gegenden gibt es jedoch auch in Lissabon. Einige Bereiche sind das was man durchaus als "Gehttos" bezeichenen würde. Noch katastrophaler ist die Lage in den Vororten. Dort sind große Wellblechhütten-Dörfer entstanden mit vielen Menschen an der Armutsgrenze. Als schnöseliger Tourist sollte man sich hier nicht unbedingt blicken lassen.
Auch am Arco Marques do Alegrete ist die Allgegenwärtigkeit von Alltem und Verfall deutlich zu sehen. Der Platz selbst ist modern, sauber, ordentlich aufgeräumt und hält imposante Wasserspiele bereit die Nachts mit entsprechenden Lichteffekten kombiniert werden. Umsäumt wird der Platz jedoch fast nur von einem alternden chaotischen Häusermeer. Blickt man hier in eine Seitengasse wird man garantiert das eine oder andere Haus sehen, welches vollkommen verfallen scheint. Man sollte sich diesen Platz deshalb einmal bei Tag und einem bei Nacht ansehen. Er liegt norwestlich des Castelo und nordöstlich des Rossio.
Am selben Platz entstand diese Aufnahme. Es heißt immer daß Lissabon die Stadt des Lichts wäre. Das mag stimmen, je nachdem wie man diese Aussage interpretiert. Vielleicht wird man die Stadt zunächst als sehr trübe und trist bemerken, wenn es gerade mehrere Tage regnet und der Himel wolkenverhangen ist. Dann wird es plötzlich sonnig sein, wie hier zu sehen. Dann wird man einen interessanten Sonnenuntergang sehen und am nächsten Tag herrscht vielleicht ein seltsames Zwielicht durch aufziehende Wolken. Lissabon ist also nicht einfach nur Hell. Lissabon stellt eine Mischung aus den unterschiedlichsten Lichtsituationen dar. Von nebligtrüb bis blendendhell kann einem im Laufe eines einzigen Tages alles passieren.
Praca de Comercio. Der prunkvolle touristische Vorzeigeplatz am Südende der Stadt, direkt am Tejo. Hier hüpfen fast nur Touristen und Touristenfänger herum. Auch als konsumfreudiger Tourist sollte man sich HIER keinesfalls irgendwas andrehen lassen. Am Platz sind inzwischen auch eine Reihe von modernen Skulpturen unförmiger Gestalten zu sehen. Das ganze offenbar einem wieder den Charakter eines Freilichtmuseums. Am Platz ist auch ein wichtiger Busbahnhof. Wesentlich praktischer jedoch sind die zahlreichen Taxis auf die man ständig trifft. Diese Wagen (meist schwarz-grün oder in Taxi-Beige) bringen einen für etwa fünf bis fünfzehnzehn Mark an fast alle Orte im Bereich von Lissabon. Bevor man also langwierige Reisen in Kauf nimmt, sollte man sich einfach bequem und preiswert hinfahren lassen wohin man will. Viele Leute sprechen auch halbwegs Englisch. Sich als Ungeübter auf Portugiesich unterhalten zu wollen, sollte man aber aufgeben. Die Schrift ist zwar dem Italienische, Englischen, Spanischen und Französischen recht ähnlich, und somit leicht zu entziffern. Die Aussprache indess ist katastrophal schwierig, selbst mi einem Wörterbuch. Man kann es also eigentlich nur falsch machen. Trotzdem wird es honoriert, wenn man sich einwenig bemüht einige Ausdrücke in Landessprache zu äußern. Die netten Lissabonner werden einen dann unermüdlich verbessern ... und man wird es trotzdem nie ganz hinbekommen.

 
Fährt man vom Praca de Comercio mit der Straßenbahn am Ufer des Tejo entlang nach Westen, bis hinter die große Brücke, so wird man nach "Belem" kommen. Hier steht der unspektakuläre berühmte Turm von Belem. Dieser war einstmals in der Mitte des Tejo, aber das Land hat ihn eingeholt und so liegt er nun an seinem Ufer. Links ist das Entdecker-Denkmal zu sehen, das den großen Seefahreren der Vergangenheit gewidmet ist, die auch von Lissabon aus die neuen Teile der Welt entdeckt und erobert haben. Das Denkmal ist interessanterweise so angelegt, daß man es nur auf Postkarten direkt von Vorne sehen kann. Um der führenden Figur in die Augen sehen zu können müßte man etwa 30 Meter in der Mitte über dem Tejo schweben und dies fällt auch fanatischen Touristen eher schwer. Dafür sieht man vom Fuß des Denkmals aus, die Perspektive die auch die Hoffnung und die emporstrebende Zielgerichtetheit der Entdecker symbolisiert.Man wird somit als ein Teil der Gruppe der Entdecker.

Die besondere Verbundenheit Lissabons, gilt übrigens Vasco da Gama, der erstmals Indien auf dem Seeweg entdeckt hat. Die Route um Afrika herum galt lange Zeit als unschiffbar und die Entfernung war vollkommen unbekannt. Durch die Erschließung des Seeweges war erstmals der direkte Handel mit dem reichen Indien möglich und zahlreiche Gewürze konnten direkt gehandelt werden.


 
Hier das Entdeckerdenkmal in seiner ganzen Pracht als Schatten vor der Sonne. Das Denkmal ist begehbar. In seinem Inneren ist ein stilvolles kleines Museum, ein paar Toiletten (meist verschlossen) und ein Restuarant. Auf seiner Spitze ist eine lange schmale Freiplattform von der aus man einen guten Fernblick hat. Lissabon selbst ist aber nurnoch teilweise zu sehen, da bereits eienr der zahlreichen Hügel die Stadt teilweise verdeckt. Belem selbst ist übrigens vorallem für seine große Kirche mit der Bibliothek und für seine Pasteten bekannt.  Die orignalen Pasteten gibt es in einem historischen Cafe in der Nähe der Kirche und der Straßenbahnstation. Man sollte sie vielleicht mal probieren. Wenn man will kann man sich 6 Pasteten mit dem folgenden Zungenbrecher bestellen (sprich:) "S[e]isch Past[e]isch de Bel[e]i". Die Dinger werden dann heiß gegessen, sind nicht gerade billig, aber durchaus schmackhaft. Wenn man sich nicht in größere Unkosten stürzen will, wird es aber bei einem Probierhäpchen oder einem Leckerlie zum Kaffee bleiben. Satt soll man davon sicherlich nicht werden.
Von der Spitze des Entdeckerdenkmals aus, hat man vorallem einen guten Blick auf die große Hängebrücke. Dieses Bild ist auf vielen Postkarten zu sehen und fast jeder Tourist macht dieses nette, aber letztlich doch recht langweilige Bild. Der Fotograf war davon so gelangweilt, daß er zumindest durch diese Schräglage den Ausschnitt etwas verändern wollte. Links ist Lissabon zu sehen und am rechten Ufer ist die Jesusstatue zu sehen. Dazwischen der Tejo. Hinter der Brücke beginnt die große Bucht. Das Meer liegt also jetzt genau auf der anderen Seite, als wie man gerade blickt.
Die Brücke ist recht gigantisch, vorallem wenn man direkt unter ihr steht. Hier sehen wir ihr Ende bei Lissabon. Die Brücke führt hier übr weite Teile von Santo Amaro hinüber und überragt und dominiert hier alle Häuser wie ein dunkler Schatten. Erst weit im Norden senkt sich die Brücke soweit ab, daß man auf sie auffahren kann. Will man von hier aus, also über den Fluß, so hat man zunächst einmal einen Umweg nach Norden zu nehmen um dort auf die gebührenpflightige Brücke zu gelangen. Solche Umwege sind für Lissabon nicht gerade untypisch und machen die Autofahrt für Jemand ohne detailierte Ortskenntnisse zur Odyssee. Aber auch der Tourist der die Idee hatte sich von Belem oder Santo Amaro einen Buss über die Brücke zu nehmen, wird ins Chaos gestürzt. Zwar läuft hier die Brücke durch, aber draufkommen kann man hier nicht. Erst muß man zur Auffahrt von wo aus auch einige Busse abfahren, aber auf der direkten Linie dorthin liegt das Slum von Alcatara. Der so einfach scheinende Weg wird somit schnell zur Tagesreise.

Seit 1998 (pünktlich zur Expo) gibt es auch eine zweite noch größere Brücke, die direkt am Expogelände endet. Sie ist benannt nach dem Seefahrer Vasco da Gama. Das Explogelände selbst ist ebenfalls den Meeren und der Seefahrt gewidmet. Der Aussichtsturm ist in Form eines Mastes mit Segeln gestaltet und das Aquarium mit seinem Meerespavilion ist weltweit einzigartig. Bilder davon gibt es hier leider (noch) nicht, da die hier gezeigten Photos bereits Dezember 97 / Januar 98 entstanden sind, also vor der Eröffnung der Expo.

Einfacher kommt man deshalb oft per Schiff über den Tejeo. Hier ein Blick vom Hafen von Belem aus nach Westen. Rechts ist das Entdeckerdenmal zu sehen. Davor die weißen Segel einer Flotte kleiner Segelboote. Weit dahinter beginnt das Meer. Mit der Fähre kann man für einige Mark auf die andere Seite hinüber und die Schiffe fahren wenigstens stündlich. Man sollte sich aber vorher informieren bis zu welchem Hafen auf der anderen Seite man fahren muß um von dort aus einen Bus zur Weiterreise zu bekommen. Hier lies uns leider unserer eigentlich recht guter Reiseführer im Stich weil er uns bis in ein einsames Kaff schickte von wo aus, es nur mit Mühe und vielen Verständigungsproblemen noch weiter ging.
Der Irrtum des Reiseführers führte aber zu einer wirklich authentischen Reise durch die Natur von Portugal. Das Bussystem allgemein ist gut und Busfahrer und Portugiesen waren sehr freundlich und hilfsbereit, jedoch leider nicht des englischen mächtig. Obwohl wir uns schon manchmal einsam und allein in der Wildnis verloren fühlten kam irgendwann doch immer mal ein Bus, der uns dann irgendwie weiter brachte, zu stets geringen aber sich aufsummierenden Fahrtgeldern. Ein Hauptproblem war dabei die Hartgeld-Liquidität. Münzen sind in Portugal absolute Mangelwaare und doch braucht man sie ständig. Wer hier Kleingeld hat ist hier König. Münzen gibt man deshalb nicht leichtfertig her und versucht sie zu bekommen wo es nur geht. Wer hier am Anfang einer Reise einen großen Sack Münzen (vorallem 50, 100 und 200) irgendwo herbekommt, ist der König der Reisegruppe und beliebt bei allen Touristen. (Ein heißer Tip: Wechselautomaten in Spielhöllen der Einkaufszentren.)
Mit einigen Umwegen erreicht man dann schließlich den weithin sichtbaren Jesus. Dieses gigantische Bauwerk erinnert etwas an Rio und vermutlich hat es mit dem Jesus hier ähnliche Bewandtnis. Für etwas Kleingeld komt man per Aufzug auf die Aussichtplatform von wo aus man bei gutem Wetter einen grandiosen Überblick über Lissabon hat. Leider aber wirklich nur bei gutem Wetter. Direkt unter der Plattform gibt es einen Souvenirshop mit zahlreichem bescheuertem und nettem Plunder. Unten im Fundament ist eine Kirche in das Bauwerk eingelassen. Bauwerke wie diese sind es die einem den Eindruck vermittlen man sei hier in einem tiefchristlichen abendländischen Land. Religion scheint wirklcih eine wichtige traditionelle Rolle zu spielen, jedoch scheint der Umgang mit ihr hier wesentlich unverkrampfter ab zu laufen, als etwa in Bayern. Und daß abendländliches Christentum sich nicht mit multikultureller Bevölkerung beist, merkt man spätestens hier. Die Menschen in Lissabon sind bunt gemischt mit allen Farbschattierungen von Weiß nach Schwarz. Große Teile der Bevölkerung stammen nicht aus Portugal selbst. Trotzdem klappt das Zusammenleben hier. Warum auch nicht. Vielleicht sollte man mal einige CSU Politiker hier in Urlaub schicken, damit sie doch nochmal was lernen.
Vor der Jesus-Statue hat man einen guten Blick auf die Brücke, die hier mal wieder im allgemeinen Dunst und Nebel verschwindet. Man fühlt sich fast ein wenig an San Franciso erinnert und wenn man nicht so genau hinsieht ist der Unterschied wirklich nicht so groß. Die Situation ist mit San Franciso durchaus vergleichbar, denn diese Brücke steht ebenfalls an einer wichtigen Flußeinfahrt vom Meer zu einer Bucht und Lissabon ist ähnlich wie San Franciso sehr bergig. Allenfalls die Vorzeichen der historischen Reise über die Unendlichkeit des Atlantiks mögen genau umgekehrt sein. In Lissabon fährt man los, in San Franciso kommt man an.
Wenn man vom Jesus aus nach Westen fährt kommt man zu einem der beliebtesten Strände in der Nähe von Lissabon. Selbst im tiefstens Winter hat man hier fast Lust zu Baden. Das Wasser ist allenfalls etwas kühl. Oder man krempelt die Hosenbeine hoch und watet etwas am Meer entlang. Dies mag ein seltsames Erlebnis für den Neujahrstag sein, ist in Lissabon aber keine Seltenheit. Nicht ohne Grund ist es Tradition im Morgengrauen des ersten Tages im Jahr ans Meer zu fahren um dort schwimmen zu gehen. 


Ein Tag am Meer kann man hier leicht verbringen. Allein wenn man in der Sonne liegt und den mächtigen Wogen zusieht, wie sie gegen die Steine donnern. Die Wellen haben zwischen hier und Amerika keinerlei Hindernisse mehr und türmen sich deshalb oft meterhoch auf. Wenn man sich nah ans Wasser setzt sollte man auch bedenken, daß die Flut heir schnell kommen kann. Die nächste Woge schon kann einen deshalb recht unerwartet reichlich naß machen.
 

Zurück in Lissabon wird man vielleicht in einem der zwei riesigen Einkaufzentren shoppen gehen. Jedes von ihnen ist deutlich größer als etwa das Olympia Einkaufszentrum in München. Jedes von Ihnen bietet vorallem eine breite Auswahl an Bekleidungsartikeln, aber auch diverser anderer Geschäfte, vorallem der Medien und Elektronikwelt. Hinzu kommen Banken, Post, viele gastronomische Möglichkeiten und Kinos. Hier findet man fast alles man braucht, wenn man es findet. Die Zentren sind groß und trotz übersichtlicher Bauweise nicht leicht zu durchblicken. Die Restaurants sind alle auf einem Haufen, sodaß man schnell zwischen den verschiedenen Pizzaständen, Hamburgertheken, Sandwischbaars und anderen kulinarischen Köstlichkeiten hin und her hüpfen kann ohne daß sich eine Gruppe aus den Augen verliert. Die Kinos bieten auch für Touristen etwas, denn alle Filme laufen im Original mit Untertiteln. Für die Vielzahl der englischsprachigen Filme sind als lediglich Englischkenntnisse erforderlich. Und man lernt gleich noch etwas Englisch und Portugiesisch (durch die Untertitle). Seltsame Begegnungen hat man allenfalls mal im Kino mit dem Einweiser, der einem aufwendig mit zusammengestöpselten Englisch erklärt wo man hin muß, nachdem man ihm erzählt hat zu wievielt man ist. Dabei steht auch dort alles klar und eindeutig auf der Eintrittskarte. Naja ... vielleicht hatten sie es letztlich auch nur gut gemeint.
Die zwei Shoppingcentren sind übrigens beide an U-Bahnstationen zu finden. Das eine liegt an der Station "Amoreiras" das neuere und noch größere weit nördlich an der Station "Collegia Militar" (da gibts sogar eine kleine Achterbahn in der Halle).
In der Abenddämmerung ist auch ein kleiner Spaziergang von der Rotunda (Praca Marques de Pombal) sehr lohnend. Man geht von hier aus dann nach Norden, bergauf an der Parkanlage entlang, bis man ein etwas martialisch anmutendes Denkmal erreicht. Von hier aus kann man über den Rossio bis hinuter zum Praca de Comercio blicken und sieht dahinter den Tejo. Noch weiter oben gibt es einen 98 frisch erbauten kleinen Park mit einer Wasserfläche und dort sieht man auch in der Dunkelheit die Flugzeuge wie sie über Lissabon herinkurven und den weit nördlich gelegenen Flughafen ansteuern.

Zum Thema Fliegen solte man vielleicht noch sagen: Es gibt sehr billige Direktflüge nach Lissabon mit der portugiesischen "TAP". Man sollte sich aber gut überlegen ob man die nimmt und gegebenenfalls mit etwas Ärger und Chaos rechnen. Wenn man in Lissabon eincheckt wird man das Gepäck sowieso am TAP Schalter abgeben müssen (die erledigen das für alle Fluglinien). Bei Ärger (und der ist unserer Beobachtung nach fast Gewiss) kann man dann aber ganz ungeniert zum Schalter seiner Fluglinie gehen und dort um Rat fragen, sich beschweren oder weiterhelfen lassen. Dadurch hat man dann auch Leute die wirklich Englisch sprechen, die dafür Sorgen, daß man sein Gepäck doch noch eingeschecken kann und das man gleich die Bordkarten für den Anschlußflug auch noch bekommt. Was sie allerdings auch nicht verhindern konnten war, da z.B. statt 5 Gepäckstücken, 5 Kilo Gesamtgepäck vermerkt wurden und keines des Gepäckstücke am Zielflughafen ankam sondern von ALLEN Personen die in Lissabon eingcheckt hatten erstmal verschwand und erst später wieder auftauchte. Also: Unbedingt Namensschildchen ÜEBERALL an und auf die Koffer und alles wirklich wertvolle und wichtige ins Handgepäck.
 

Wenigstens kann man in Lissabon was erleben. Wie zum Beispiel auch dieses Haus, das sich uns recht unvermittelt darbot und außer einer Außenfasade kaum mehr etwas zu bieten hatte. Der Grund dafür ist uns schleierfhaft. 

Wenn ich aber schreibe, daß man hier etwas erleben kann so, ist das vorallem in ungefährlicher Weise zu verstehen. Wenn man eine gewisse Mindestvorsicht walten läßt, wird einem recht sicher nichts passieren. Und Bargeld braucht man sowieso nicht in großen Mengen. Es gibt dort en gut ausgebautes Netz an EC-Automaten. EC-Karte und Geheimnummer genügen also. Taxis sind fast immer verfügbar (außer in der Hauptverkehrzeit) und die Stadt ist vergleichsweise klein, sodaß man zur Not auch alles mit einem längeren Fußmarsch zu Fuß bewältigen kann.

Wohnen läßt es sich in Lissabon recht billig wenn man eine der zahlreichen Pensionen wählt (die fast alle über Fax auf englisch zu erreichen sind). Die Toiletten und Bäder sind meist so sauber dass man vom Fußboden essen könnte. Die Zimmer und Betten sind ordentlich und lassen selten Wünsche offen.

So verabschiedet sich diese Stadt des Lichts erstmal und würde sich sicherlich freuen mal besucht zu werden, zum Beispiel während der Expo 98 oder auch sonst irgendwann ... seis Winter oder Sommer , Herbst oder Frühjahr ...


 

(zur Bilderreise-Übersicht) (zur Bilderreise London)

Mit folgenden Webseiten kann man sich weiterklicken nach Lissabon:

 City Net: Portugal
City Net: Lisbon

 EXPO '98:Home page
 Great Cities of Europe - Lisbon
 Lisbon Home Screen
 World Beat - Rough Guide - Lisbon
 Microsoft Expedia: Lisbon
 Fodor's Smart Travel Tips - Lisbon

Die wichtigsten Wörter aud Portugiesich



Mehr Informationen zu Lissabon erhält man unter folgenden Adressen:
(Telefon: Von Deutschland aus 00 und dann 351 für Portugal vorwählen. Die "1" für Lissabon ist bereits jeweils angegeben)

ICEP (Investimentos Comercio e Turismo de Portugal)
Direccao de Turistica, Av: Conde Valbom 30-4e, 1000 Lisboa, Portugal
Tel: 1 / 352 58 10, Fax: 1 / 352 58 06

Turisten Büro (ICEP)
Schäfergasse 17, 60313 Frankfurt am Main, Deutschland
Tel: 4969 / 234094 / 290549, Fax: 4969 / 23 14 33

Posto de Turismo
Palacio Foz, Praca dos Resturadores, 1200 Lisboa
Tel: 1 / 3466307, Fax: 1 / 34 68 772

Lisboa Airport
Tel 1 / 8494323  oder 8493689 oder 8494348
Fax: 1 / 8485974

Lisboa Turismo
Camara Municipal de Lisboa, Departmento de Turismo, Pav. Carlos Lopes, Parque Eduardo VII - 1070 Lisboa
Tel: 1 / 315 19 1 -5  oder - 6 oder - 7 oder - 8 ,  Fax: 1 / 352 14 72


 www.fascination.de [Interna]
Akutelles, Copyright, Impressum, Kontakt, Support, Gästebuch, Sitemap, Suchen, Credo, Aktionen, Legende, Statistik