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Segeln Niederlande

Eine Bilderreise durch Binnen- und Wattenmeer der Niederlande an Bord eines historischen Einmastklippers. Impressionistische Urlaubsfotos. 23 Farbfotos, aus dem Jahr 1997, als JPG Bilder. Gesamtgröße ca. 1,3 MB. Ladezeit (ISDN) ca. 3 Minuten

(Infos um selbst eine Reise in den Niederlanden zu planen:  +Segeln in den Niederlande+)

(siehe auch [Segeln] -> +Leben an Bord+ für Hintergrundinfos zum Segeln)
(Für mehr Bilder: siehe auch Segeln Niederlande II - Reise 04)   


 



 

Zahlreiche historische Segler wurden renoviert und zu Passagierschiffen umgebaut. Für einige tausend Mark pro Woche läßt sich solch ein Boot für etwa 10 bis 30 Personen inklusive Maat und Skipper anmieten.

Man hat die große Auswahl aus dutzenden individuellen Schiffen, jedes mit eigenen Geschichte. Im Sommer sind sie alle ausgebucht und fahren von Hafen zu Hafen und von Insel zu Insel. Wer solch einen Urlaub also wirklich planen will muß sich dies bereits im Januar überlegen, wo man eigentlich an andere Sachen denkt.

Ein Urlaub der vielfach von Schulklassen und Jugendgruppen genutzt wird. Wenn alle auf einem Boot leben hat dies vorallem auch einen psychologischen Aspekt. Auf einem Schiff kann man nicht wirklich weglaufen. Auf einem Schiff müssen alle irgendwie zusammen leben. Das Nachteile und Vorteile.

Nicht nur desshalb gibt es neben großen Schiffen auch viele kleinere Schiffe. Der Reiz ist dabei sicherlich ein anderer, aber das heißt nicht das das eine oder das andere schlechter sein muß. Bootsreisen bleiben immer etwas besonderes.


 
Wie nah man den Elementen kommt, wird einem meist erst nach einigen Tagen an Bord, wenn sich bei steifer Brise das Schiff unter dem Wind Druck schrägt neigt und das salzig Wasser über das Deck spritzt, jedesmal wenn der Rumpf des Schiffes dumpf in eine Welle schlägt.

 
 
Mancher will der Natur noch näher sein. Tagelang auf See. Nur die Manschaft, das Schiff und die (wenigen) Vorräte.

Warum also nicht auch die Nahrungsversorgung selbst übernehmen. Daß man hier jedoch wirklich etwas fängt oder gar davon leben könnte, ist eher unwahrscheinlich.


 
Mal richtig raus komen. Dieser Vorsatz erfüllt sich hier praktisch von alleine, sobald man aus dem Hafen ausläuft. Man legt ab vom Alltag und läßt ihn hinter sich zurück. Wie früher, wird das Schiff zur sozialen Insel. Eine Außenwelt existiert nur mehr als Wasser und Himmel. Alles was zählt spielt sich in und auf dem Schiff ab. Eine eigene Welt für sich.

 
Es ist fas wie Fernsehen. Das Schiff wird zum Wohnzimmer mit allem was zum Leben braucht. Alles ist immer griffbereit und gleichzeitig gibt es immer was zu sehen. Das sehen in die Ferne wird zum Fernsehen. Das Programm ist ruhiger als man es von MTV kennt, aber das heißt nicht das es nicht weniger unterhaltsam sein muß. Kleinigkeiten werden plötzlich viel wichtiger. Unbedeutendes wird interessant. Und oft übersehenes wird allmählich deutlich.
Aus welchem Grund aber sollte man in unserer modernen Zeit so etwas altmodisches wie einen historischen Segler benutzen?
Die Aspekte sind vielschichtig. Richtig verstehen kann man es vielleicht nur wenn man es einmal erlebt hat. Ein Grund aber ist sicherlich die Ästhetik. Sieht man an schönen Tagen die hunderten von Segeln am Horizont so kann man dies fast schon als Sinnbild in vielfacherweise auffassen. Ohne eigenen Antrieb fährt ein Segelschiff fast unbegrenzte Strecken, nur durch ein neckisches Spiel mit dem Wind.

 
Manchmal mag man sich sogar etwas an 1492 zurückerinnert fühlen. Plötzlich kann man ein wenig nachfühlen was die Kolumbus und seine Männer gefühlt haben müssen, als sie wochenlang in die Unendlichkeit hinaus gesegelt sind, nur der Gnade der Elemente ausgeliefert, und ohne zu wissen wo sie hin kommen werden und ob es in ihrere Richtung soetwas wie Land gibt.

 
Die Elemente Wind und Wasser sind fast allgegenwärtig. Zusammen mit dem Himmel und der Sonne erzeugen sie eine Atmosphäre von Gleichmäßigkeit aber auch der Vielfalt. Die Farben und Lichtverhältnisse die sich dabei oft ergeben sind imponierend und lassen sich in einem kleinen Bild niemals ganz einfangen oder nachvollziehen. Schon ein paar Tücher die in der Abenddämmerung zum Trocknen im Wind wehen können einem ganz neue Farbkompositionen und Eindrücke offenbaren.

 
Wie unterschiedlich eine Szenerie im wechselnden Licht eines Tages, einer Woche oder auch nur innerhalb weniger Minuten wirken kann, zeigt sich an diesen zwei Bildern.

Sie wurden im Abstand von nur wenigen Minuten an einer Ankerposition nahe einer Sandbank mitten im Nichts aufgenommen.

Eben noch strahl die Sonne hell und warm, das Wasser leuchtet gelblich und der Himmel hellgelb bis grün.

Nur einige Minuten später wird das Licht der Sonne klein und unscheinbar. Der Himmel erscheint kühl und fällt hinab ins Dunkelblau, während das Wasser fast wie kalter flüssiger Stahl zu glänzen beginnt.


 
Wie unterschiedlich Wasser und Himmel wirken können, weiß man wohl erst wenn man es einmal gesehen hat. Von schmuddel blas und grau bis hin zu strahlenden und beinahe kitschig anmutenden Farbbrillianzen ist alles möglich. Wie ein Künstler der ein und dasselbe Bild immer und immer wieder malt mit jeweils anderen Farbschatierungen und Lichteinflüssen, so zeichnet auch die Natur jeden Tag ein immer neues und doch gleiches Bild.

Das dies auch Motive zaubert wie sie kitschiger auf keiner Postkarte sein könnten, tut dem eigentlich keinen Abbruch, denn schließlich weiß man, daß man keiner geschickten Retusche aufgesessen ist, sondern es sich hier wirklich um die Realität handelt. Und Realität kann eigentlich nicht kitschig sein.


 

Wenn die Nacht kommt, dann erhellen hunderte von Leuchttürmen am Horizont die Dunkelheit. Es ist wie eine Lichtorgel oder ein Feuerwerk, welches sich in sternenklaren Augustnächsten zusammen mit Sternschnuppen zu einem eindrucksvollen Spektakel formiert.


 
Ein Bild fast wie in der Südsee.
Hellblauerhimmel und fast türkiesblaues Wasser. Wenn man morgens seine Augen auftut und aus dem Bullauge heraus dies erblickt, mag man zunächst meinen man träumt. Aber man muß eben nicht weit reisen um soetwas zu sehen.

 
Was man jedoch fast nur in Holland sehen kann ist dieses. Ein Schiff fas auf Grund gelaufen ist und das mit voller Absicht. Trockenfallen lassen nennt sich dieses. Möglich ist dies durch die Konstruktion der Boote, die einen vollkommen platten Boden haben. Auf die zahlreichen Untiefen und Sandbänken kann man bei Flut auffahren und wenn das Wasser dann bei Ebbe abläuft liegt man auf praktisch trockenem Land. Eine seltsame Erfahrung für einige Stunden so zu stranden.

 
Wie Blasphemie mag dieses Bild zunächst auch aussehen. Doch hier geht niemand übers Wasser. Es ist kurz vor Ebbe und das Wasser ist hier nurmehr sehr flach. Rundherum ist wie auch in diesem Ausschnitt absolut nichts zu sehen ausser Wasser. Man steht auf einer kleiner seichten Stelle im Nirgendwo. Wenn das plätschern der Wellen und das säuseln des Windes nicht wäre, es wäre wirklich absolut still. Und wenn nicht gerade ein Boot mit Besuchern ankert, dann ist hier wirklich absolut einsam. So einsam wie es nur sein kann.
Wer schonmal in einer solchen Stille und Einsamkeit gestanden hat um bei Ebbe um 5 Uhr morgens auf den Sonnenaufgang zu warten wird dieses Erlebnis wohl so schnell nichtmehr vergessen. Es ist etwas besonderes, was seinesgleichen sucht.
Ein trockengefallenes Segelboot auf einer Sandbank in der Einsamkeit hinter dem die Morgensonne aufgeht.

Würde man solch ein Bild als Postkarten kaufen? Wohl kaum. Viel zu unrealistisch, oder? Gesehen hab ich soetwas zumindest leider noch nicht. Denn ich würde diese Postkarte sofort schicken. Man spürt dabei fast noch die kalten nassen Füsse im Sand und riecht den Duft von frischem Kaffe aus dem Schiff.

Fast nicht zu verstehen, wenn jemand nicht versteht warum diese Art von Urlaub etwas für sich haben könnte. Leicht zu verstehen wenn es viel immer wieder tun. Aber jedem das seine. Es gibt noch viel zu erleben.

(Infos um selbst eine Reise in den Niederlanden zu planen:  +Segeln in den Niederlande+)

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(Für mehr Bilder: siehe auch Segeln Niederlande II - Reise 04)   


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