Was heißt IRC?
IRC heißt "Internet Relay Chat" und bedeut soviel wie "Plaudersystem fürs Internet das über eine Vermittlungsstelle läuft". Das wesentliche an IRC ist dabei daß eine Reihe von Servern sich untereinander verbinden um ein Netzwerk aufzubauen in das man sich dann einwählen kann. Es ist dabei egal in welchen der Rechner eines Netzwerks man sich einwählt. Die relevanten Daten werden jeweils an einen weitervermittelt (das ist das mit dem Relay). Das hat den Vorteil daß man sich in den nächstgelegenen (schnellsten) IRC-Server einloggen kann und sofern dieser im selben IRC Netzwerk liegt kann man dann trotzdem mit jemanden chatten der sich in einen Rechner auf der anderen Seite der Welt eingeloggt hat. Das ist eine sehr schnelle und effiziente Methode um ein weltweites Chat-System aufzubauen das nicht unnötig Datenverkehr verursacht.
Welche Vorteile bietet IRC gegenüber anderen Chat-Varianten?
Direkt Konferenz und Broadcasting
Ist gibt ja durchaus Konkurenz im Chat-Bereich. Man muß dabei aber Unterscheiden: Zum einen gibt es direkte Konferenzprogramme bei denen man sich explizit mit einer (oder auch mehreren) bestimmten Personen verbindet. Man muß dabei aber schon vorher kennen und auch ausmachen daß man zu einer bestimmten Zeit eine Verbindung aufbauen will und entsprechend online sein muß. Das ist grundsätzlich dann wie telefonieren mit einer bestimmten Person. Demgegenüber steht der Chat im "Broadcasting"-Betrieb. Dabei sagt man ähnlich dem CB-Funk etwas in die Welt hinaus und hofft darauf von irgendwo eine Antwort zu bekommen. Bei vielen solchen Chats kann man zwar noch sehen wieviele Leute anwesend sind und wie ihre Nicknames (Spitznamen, Rufnamen) sind aber kennen wird man nur sehr selten jemand. Man kommuniziert also mit einer Horde unbekannter Leute was durchaus seinen Reiz haben kann. Letzteres ist auch bei IRC der Fall, wobei es andererseits durchaus wieder Möglichkeiten gibt einzuschränken mit wem man sich unterhalten will. So kann man zwar bei IRC in einen allgemeinen Channel mit dutzenden von Leuten gehen und dort mitplaudern oder mal versuchen eine Diskussion vom Zaun zu brechen, man kann aber andererseits auch seinen kleinen Privatkanal aufmachen in den man nur einige bestimmte Personen hereinläßt. Oder aber man macht eine Direkt-Konferenz mit nur einer Person, die keiner sonst mithoeren kann. IRC ist somit eine sehr universelle Konzeption verschiedenster Möglichkeiten. Durche diese Vielfalt an Möglichkeiten wird das IRC aber etwas komplizierter (wo man vieles verschiedenes machen kann, wird man eben leicht verwirrt, weil man nicht sofort diese Vielfalt durchblicken kann).
Java Chats im WWW
Was ist aber mit Java-Chats im WWW? Die sind doch auch toll. Naja. Im Prinzip sind sie schon ganz nett, aber meißtens sind dort eben nicht allzuviele Leute die man treffen kann. Dafür aber kann ein Chat auf einer speziellen Webseite auch wesentlich spezifischeres Publikum haben (auf einer Elvis-Seite eben lauter Elvis-Fans etc.). Ein großer Nachteil von Java-Chats ist aber ihr enormer Resourcenbedarf. Langsamere Rechner packen das ganz einfach nicht. Dabei sind die Chats völlig unnötig so langsam und aufwendig, denn sie haben meißt nicht sehr viel zu bieten. IRC als Alternative wäre durchaus gerechtfertigt, nur ist das vielen Besuchern eben zu aufwendig. Sie wollen gleich durch einen einfachen Klick in ihrem Webbrowser mitchatten können und sich nicht irgendwie in irgendwelche IRC Server einloggen. Deshalb dieses Unding der weit verbreiteten Webchats. Technisch optimal ist das sicherlich nicht.
Vorteile
Die echten Vorteile von IRC liegen also in der echten Globalität (die meißten IRC Netzwerke spannen sich fast über den ganzen Erdball) und ihre hohe Effizienz. Zudem bietet IRC einen bis jetzt kaum zu schlagende Funktionsvielfalt und ein ziemlich großes Publikum. Kaum ein anderer allgemeiner Chat/Kommunikationsdienst (außer vielleicht ICQ) erfreut sich derartiger Beliebtheit, auch wenn viele Internet Light-Benutzer noch nie was davon gehört haben (und außer Emailen und Surfen nichts vom Internet wissen).
Wie ist das Konzept von IRC ?
IRC ist eine Live-Kommunikation. Am besten läßt es
sich vielleicht mit einer Art Funkverkehr umschreiben. Man geht auf einen
bestimmten Kanal (im IRC Channel) und quatscht dort mit den Leuten
die auch grade diesen Kanal eingestellt haben. Allerdings hinkt dieser
Vergleich, denn beim Funk kann immer nur einer Reden und die anderen müssen
zuhören. Beim IRC kann jeder gleichzeitig schreiben ohne daß
man sich sonderlich behindern würde. Insofern ist das ganze wie ein
Schreibgespräch,
oder vielleicht auch so ähnlich wie bei den Usenet-Newsgroups. In
Newsgroups funktioniert alles wie an Schwarzen Brettern. Man hängt
einen Zettel hin und jemand anderes kann ihn lesen und ev. auch eine Antwort
dazuhängen etc. In Newsgroups dauert aber solch eine Kommunikation
ihre Zeit. Man schreibt wie im Briefstil, wartet einige Stunden oder Tage
und kann dann mal kucken ob Antwortbriefe da sind. Beim IRC ist das insofern
anders, denn beim IRC sieht man die Antwort binnen Sekunden. Da
niemand innerhalb von Sekunden ganze Briefe schreiben kann und auch nicht
zu lesen im Stande ist, muß die Kommunikation hier in kleinere
Häppchen geteilt werden. Man schreibt also einen Satz und schickt
ihn los (die Return Taste schickt die eingegebene Zeile ab). Alle die gerade
im selben Kanal sind wie man selbst, erhalten die Nachricht binnen einiger
Sekunden (egal ob sie im Nachbarhaus oder auf der anderen Seite der Welt
sitzen) und können nun ihrerseits darauf antworten. Dabei wird nicht
irgendwie festgelegt wer als nächstes antworten darf, sondern jeder
kann jederzeit wann er will eine Nachricht abschicken. Die Nachrichten
erscheinen bei einem dann in der Reihenfolge in der sie eintreffen. Man
sieht dann jeweils den Nicknamen des Benutzers und dahinter die Nachricht.
Alte Nachrichten wandern aus dem Bildschirm heraus wenn viele neue eintreffen.
Man muß also immer mitlesen und
schnell reagieren. Das macht
IRC so lustig: Man erlebt die Reaktionen sofort. Zudem muß man schnell
tippen. Wenn man es nocht nicht kann, dann wird man es hier lernen.
Tippfehler sind egal. Man muß es nur verstehen.
Was braucht man um IRC zu benutzen?
Wenn man einen Rechner hat mit dem man schon ins Internet kommt und
Surfen und Emailen kann, ist alles was einem noch zum IRCen fehlt ein IRC-Client.
Das ist ein Programm das mit dem IRC Server kommunizieren kann und die
eingehenden und ausgehenden Nachrichten richtig umsetzt und so weiter.
Solche Programme gibt es als kostenlose Software auch im Internet. Man
lädt sie herunter, installiert sie, gibt ein paar Daten ein (meißt
sind diese aber auch schon voreingestellt) und kann loschatten (auch wenns
am Anfang etwas konfus sein kann). (Die wichtigsten +IRC-Clients+
findet man in der [Toolbox].) Man kann also
nicht einfach mit dem Netscape Communicator oder dem Internet Explorer
das IRC benutzen. Man muß erst ein kleines Programm installieren.
Das ist aber recht problemlos und die IRC-Clients sind wesentlich kleiner
und flinker als die großen Webbrowser. Also kein Problem. Trotzdem
schreckt diese Ruminstalliererei wohl viele Leute ab, was Schade ist, weil
IRC eine interessante Kommunikationsplattform ist.
Welche Möglichkeiten bietet mir IRC?
Channel Konzept
IRC bietet die Möglichkeiten einen Channel zu wählen in dem man sich wohlfühlt und in dem ein interessantes Gespräch läuft oder wo man interessante oder schon bekannte Leute trifft. Das ist so ähnlich als wenn man in ein Cafe oder in eine Kneipe geht. Zu bestimmten Uhrzeiten ist da nix los (kaum jemand im Channel), manchmal hat die Kneipe geschlossen (Channel existiert nicht), manchmal hängen alle träge rum (kein ordentliches Gespräch im Channel) und manchmal trifft man gleich Leute mit denen man sich über was unterhalten kann (angeregte Diskussion im Channel wo man einfach mitdiskutieren kann). Es gibt dabei genauso geschlossene Gesellschaften (private Channels, restriktierte Channels) in die man nicht einfach rein kommt. Wie in einen In-Club muß man hier eingeladen werden (Invitation). Auch wenn es nicht immer dieselben Kanäle gibt, formieren sich doch oft die selben. Wie eine Stammkneipe, die eben jeden Abend auf hat und wo sich jeden Aben die Leute treffen. Morgens wird man aber hier vielleicht niemanden finden. Aber was tun, wenn man sich ungestört mit jemanden unterhalten will. Naja, in ein Cafe gehen wo einem nicht sofort jeder ins Wort fällt, oder? Im Realleben ist das leicht, denn hier ist man doch eher ungestört auch wenn man im gleich Cafe sitzt. Man qautscht nicht einfach mit jemand anderem herum. Im IRC schon. Alle die im selben Channel sind unterhalten sich auch grundsätzlich erstmal zusammen. Jeder kann mithören und jeder kann was sagen (schreiben) wenn er will. Also was tun, wenn im IRC ungestört mit jemand Chatten will? Eine Möglichkeit ist es einen eigenen Channel aufzumachen. Einfach in einen Kanal wechseln den es nicht gibt und schon ist man in einem neuen Kanal, wo man natürlich erstmal alleine ist. Unter Umständen (je nachdem welchen Namen man gewählt hat) werden nun weitere Leute kommen oder auch nicht. Aber was wenn man eigentlich nur mit einer einzigen bestimmten (oder mehreren bestimmten) Personen reden will und die anderen nicht dabeihaben will? Klarer Fall: Wir machen eine eigene geschlossene Gesellschaft aus unserem Channel oder stellen ihn so ein, daß wir jeden erst explizit einladen müssen bevor er rein kommen darf. Wunderbar. Blos was ist wenn wir eigentlich nichts gegen andere neue Leute haben, aber uns so ein Querulant immer stört? Auch da gibt es möglichkeiten. Werfen wir ihn doch einfach raus. Ja sicher, wie wir einen unverschämten Gast aus unserem Cafe werfen würden, können wir auch einen User aus unserem Channel werfen und ihm obendrei Hausverbot erteilen (im IRC nennt sich das: Kicken bzw. Bannen). Natürlich kann nicht jeder jeder hinauswerfen, sondern nur derjenige dem der Channel "gehört". Wem gehört er aber nun? Zunächst einmal gehört er demjenigen der den Channel selbst aufgemacht hat. Der erste der einen neuen Channel also betritt und somit generiert, wird automatisch zum Hausherren. Er kann dieses Recht aber auch an andere übertragen. Es gibt dann eben mehrere Hausherren. (sogenannte Channel-Operator, oder kurz Channel-Ops oder ev. auch Chops). Jeder von denen kann die Konfiguration des Channels ändern, also ihn privat oder öffentlich machen oder einzelne Benutzer rauswerfen oder wieder reinlassen etc. Es gilt aber hier: Wer rausgeht hat seinen Platz verloren. Wenn man also Hausherr den eigenen Channel verläßt ist man kein Hausherr mehr wenn man zurückkommt.
Mehrere Channels gleichzeitig
Dadurch ist man etwas darauf fixiert sich in einem bestimmten Channel aufzuhalten und darf sich nicht raustrauen ohne sein Hausrecht zu verlieren. Vielleicht hat man sich auch mit jemand in einem bestimmten Channel verabredet und muß nun dort bleiben um auf ihn zu warten, aber man langweilt sich, weil in dem Channel nicht viel los ist. Auch hier hat das IRC einige Vorteile gegenüber dem realen Leben. Denn im IRC kann man sich an mehreren Orten zugleich aufhalten. Das bedeutet daß man in mehreren Channels parallel chatten kann. Während man also in #muenchen auf jemanden wartet kann man vielleicht in #schluempfe ueber die letzte Schlumpf-Folge diskutieren oder in #leben über den Sinn des Lebens palavern. Für gewöhnlich halten sich viele Leute gleichzeitig in mehreren Channels auf. Das macht alles interessanter, komplexer und auch anstrengender, denn man kommt kaum noch mit Lesen und Kucken hinterher. (Es ist so ähnlich als wenn man in einem Webbrowser mit mehreren Fenstern gleichzeitig auf mehreren Sites surft.)
Talk & Warten im IRC
IRC hat aber noch mehr zu bieten. Wer früher das alte "Talk" interessant fand in dem ein Benutzer unter Unix direkt einen anderen Benutzer auf einem anderen Rechner anquatschen konnte und mit ihm eine Live-Diskussion beginnen konnte, der kommt mit IRC unter Umständen auch auf seine Kosten. Man kann seine Gedanken nämlich nicht nur in einzelne Channels hineinwerfen, sondern seine Mitteilungen auch ganz explizit und ausschließlich an einen besitmmten Benutzer schicken, egal in welchem Channel der nun wieder ist. Als Vereinfachung von einzelnen Mitteilungen die man sich direkt schickt kann man in einen Chatmodus gehen in dem man ausschließlich mit dieser anderen Person chatten kann. Keiner hört mit und alles was man tippt geht direkt an diese Person. Also fast wie Talk. Es hat halt nur den Haken, daß derjenige den man rufen will auch einen IRC-Client laufen haben muß und in einen IRC-Server eingewählt sein muß. Dementsprechend wählen sich viele Leute automatisch ins IRC ein, sobald sie online sind. Sie gehen dann normalerweise auch in einen bestimmten Kanal. Das kann entweder der "Hauskanal" sein in dem man sich eben immer trifft oder man macht sich einen eigenen Kanal auf, der nur dazu bestimmt ist, angerufen zu werden. Mann kann dann auch jedem immer mitteilen "FALLS ich im IRC bin, kannst Du mich auf jeden Fall im Kanal xyz erreichen". Solche Kanaele haben dann oft Namen wie "Heinz-Mueller" oder "Merlin" (also Namen die dem Nickname oder echten Namen der Person entsprechen.) Wenn man nun ahnungslos in einen dieser Channels schaut wird man etwas enttäuscht sein, denn von einer Diskussion ist da nix zu sehen. Es ist nur eine Person drinn und die sagt nix. Oder aber man kommt in einen Channel wo viele Leute gemeinsam "warten" und kapiert erstmal nicht, wieso 20 Leute in einem Channel sitzen und schweigen. Man wird dann vielleicht auch keine Diskussion beginnen können, weil man selbst nicht die Person ist, auf die hier irgendwer wartet.
Ich bin im IRC und was nun?
Viele Channels
Hat man sich erstmal ins IRC eingewaehlt wird man sich Fragen "und nun?". Tja, jetzt geht es daran einen Channel zu wählen in dem man chatten will. Das Kommando "/join #muenchen" bringt einen somit zum Beispiel in den Channel mit Namen "muenen". Aber welche Channels gibt es überhaupt. Dazu gibt es das Kommando "/list", blos sollte man damit aufpassen, denn es gibt normalerweise verdammt viele Channels. Normalerweise einige tausend. Bis die alle angezeigt sind wird es dauern. Man sieht dann eine Liste aller Channels, mit Channelname (das ist das wo die Raute steht "#") und der Anzahl an Usern darin, sowie einem Titel, der in etwas beschreiben sollte um was es in dem Channel geht, aber der Titel ist meißt so aussagekräftig wie ein Werbeschild für ein Waschmittel.
Frustration beim Ausprobieren
Man wird also den einen oder anderen Channel der sich interessant anhört mal ausprobieren. Man kommt rein, dort sind vielleicht 20 Leute drinn und keiner sagt was. Hmm. Das könnte jetzt sein, daß die echt alle nur warten hier. Es gibt aber auch einen technischen Grund. Wenn man in einen neuen Channel wechselt kann es einige Sekunden dauern bis der Server die Nachrichten die in diesem Channel gerade hin und hergehen bis zu einem weiterleitet. Die Nachrichten kommen dann vielleicht erst nach 30 Sekunden, von da an dann aber flott und fortlaufend. Also erstmal keine Panik und ein paar Sekunden warten. Eines aber kann man sofort tun, nämlich hallo sagen. Ein einfaches internationales "Hi" reicht eigentlich. An der Reaktion (nach einigen Sekunden) wird man ablesen, ob hier alle warten, schlafen, diskutieren oder gerade nur auf uns gewartet haben. Aller wahrscheinlichkeit nach werden unsere ersten Versuche aber frustrierend sein, denn obwohl es so furchtbar viele Channels gibt (oder gerade deshalb) ist es schwer einen zu finden indem eine interessante Diskussion möglich ist die einen auch noch interessiert. Also weitersuchen.
Regelmäßige Treffs
Eine wichtige Sache ist es sich einmal gefundene gute Channels zu merken. Man sollte sich auch merken, an welchem Wochentag und zu welcher Uhrzeit es dort gut war, denn Channels ändern oft ihren Charakter über den Tag hinweg. Einige Leute gehen andere kommen. Oft gibt es aber regelmäßige Treffen. Entweder eben Stammtische, ausgemachte Treffen oder eben nur Gewohnheiten immer am Montag um 18 Uhr nach dem Ende einer bestimmten Serie sich im IRC zu treffen. Solche Treffen werden manchmal auch auf Webseiten oder in Newsgroups angekündigt. Man kann aber auch im IRC selbst sowas mitkriegen oder mal danach fragen. Außerdem kann man ja selbst mal was ausmachen. Wenn man jemanden in Hamburg, London und Madrid kennt und nun mit denen quatschen will. IRC ist die billigste Möglichkeit und jeder kann soviel sagen wie er will ohne daß es beim IRC zum Chaos kommt. (Schon bei Dreierkonferenzen beim Telefon ist es normalerweise chaotisch.)
Umgangsformen im IRC?
Sei doch mal nett
Ja sowas gibt es und das ist auch wichtiger Punkt. Man sollte nicht beleidigend werden. Das ist schonmal ein wichtiger Grundsatz und man sollte auch nicht andere Leute nerven. Abgesehen davon gibt es im IRC die Möglichkeit andere Leute zu ignorieren. Man setzt sie einfach auf eine Liste und fortan kriegt man nixmehr von ihnen mit (sogenannte Ignore Liste). Aus Channels kann man rausgeworfen und verbannt werden, wenn man sich nicht nett aufführt (oder wenn die Channel-Ops schlecht drauf sind). Also ein netter freundlicher Umgangston ist schon angebracht. Ansonsten sollte man keine Dienste im IRC mißbrauchen. Also nicht die Macht auskosten und nach gutdünken Leute irgendwo rauskicken. Wenn man in einen Channel kommt sollte man möglichst Hallo sagen und sich verabschieden wenn man wieder geht. Das ist netter.
Flooding
Ein Unding im IRC ist auch das sogenannte Flooding. Das meint, daß man nicht nur einzelne selbstgetippte Zeilen abschickt sondern ganze Textblöcke ins IRC reinschießt (also gleich 20 komplette Zeilen auf einmal). (Manche IRC Programme haben die sinnvolle Möglichkeit Texte direkt ins IRC zu übertragen. Sinnvoll, aber eben auch mißbrauchbar.) Das ist lustig um sogenannte ASCII-Art zu produzieren, also kleine Kunstwerke aus Buchstaben. Das Problem ist blos, daß es die anderen sehr leicht nervt und zudem wird dadurch die übrigen Kommunikation im Channel gestört. Andere Beiträge werden sofort aus dem Bildschirm geschoben etc. Also sowas möglichst vermeiden.
Geordnetes Chaos
Ansonsten ist es keineswegs so, daß alles in einem Channel in geordneten Bahnen verläuft. Wie in einem Raum in dem ein dutzend Leute sitzen, wo sich dann kleine Untergruppen bilden und jede sich über was anderes unterhält, kann es auch im IRC passieren daß mehrere Gespräche parallel laufen oder verschiedenste Diskussionsbeiträge von verschiedenen Leute mehr oder weniger gleichzeitig geschickt werden. Eine wichtige Sache dann ist, immer dazu zu schreiben wenn man anspricht oder auf wen man sich gerade bezieht. Das macht man normalerweise in dem man den Namen desjenigen den man anspricht ganz vorne hinschreibt und mit Doppelpunkt getrennt die eigene Nachricht dahinter. Also etwas "brumfondel: Das finde ich aber nicht. Meine Meinung ist ....". Der Server VOR dieses ganze dann noch den Usernamen von einem selbst hängen also z.B. "<slartibartfass> brumfondel: Das finde ich aber nicht. Meine Meinung ...".
Nicknames
Das mit den Nicknames (Rufnamen) ist auch nochmal eine komplexe Sache. Es gibt zwar ein paar Mechanismen mit denen man seinen Nickname registrieren lassen kann, aber "besitzen" tut man ihn dann trotzdem nicht. Es ist so ähnlich wie beim CB-Funk. Man sucht sich möglichst einen Namen den es noch nicht gibt. Namen wie "Anna" oder "Paul" sind daher ungeeignet. Besser sind Namen wie "pratlat" oder "railbob" oder sowas. Also Phantasienamen die man vielleicht gerne mag. Es kann aber immer passieren, daß man ins IRC kommt und der eigene Name ist schon besetzt. Dann muß man sich einen anderen nehmen. So entstehen oft Konstrukte wie "paul2", "paul_" oder "paul!" etc. Das Tückische daran ist, daß man User im IRC eben vorallem am Nicknamen erkennt. Weiter Informationen kann man angeben (sollte man auch angeben) aber kann man andererseits auch verschleiern. Man kann seinen Nicknamen auch jederzeit aendern. Einfach "/nick neuername" und man heißt ab sofort "neuername". Das wiederum sollte man natürlich nicht mißbrauchen um sich etwa in einen Channel aus dem man gebannt wurde trotzdem noch reinzkommen. Es gibt auch dazu Mittel und Wege wie man ferngehalten werden kann, nur bringt das manchmal mehr Ärger mit sich und zudem können unter Umständen andere Benutzer auch darunter leiden.
Fallen im IRC?
Fatale Kommandos
Was man nicht tun sollte ist einfach irgendwelche Kommandos einzutippen, nur weil einem irgendwer das gesagt hat. Vielleicht kommt auch ein Benutzer plötzlich der meint, er sei ein wichtiger IRC-System-Administrator und man solle unbedingt sofort dies und das tippen. Dann NICHT machen! Echte Administratoren können das auch ganz anders lösen. Vertmutlich ist der Heini garkein Administrator sondern sozusagen ein "Trickbetrüger". Falsche-Administratoren wollen einen nur reinlegen. Mit etwas Pech kann man dann sogar seinen eigenen Rechner dem Fremden ausliefern. Normalerweise fliegt man blos aus dem IRC raus. Also nur Kommandos tippen die man auch kennt und wo man ungefähr weiß was die machen. Ausnahme: Jemand den man gut kennt gibt einem ein paar Tips wie man dieses und jenes machen kann. Trotzdem empfiehlt sich hier die Hilfefunktion des IRC-Servers zu benutzen. Einfach "/help" tippen oder z.B. "/help kick" um eben über das Kommando "kick" mehr zu erfahren.
Fatale Scripten
Schlimmer noch sind fremde Scripts. IRC ist nämlich so flexibel, daß man Scripts ausführen kann in denen dann automatisch bestimmte Aktionen ausgeführt werden oder in denen man durch einfache Abkürzungen Kommandos ausführen lassen kann. Das ist manchmal ganz nett und praktisch. Man sollte sich allerdings keine Script von jemand anderem einfach so geben lassen, vorallem wenn man diesen anderen nicht ganz genau kennt. Lädt man nämlich das Script auf den eigenen Rechner und startet es in IRC so kann das Script alles mögliche auslösen was man vielleicht überhaupt nicht will. Das schlimme daran: Normalerweise muß man den Download eines solchen Scripts bestätigen. Manche IRC Clients haben aber eingestellt, daß sie automatisch alles Laden was ihnen angeboten wird. Ohne daß man gefragt wird oder es mitbekommt wird dann ein solches Script auf den eigenen Rechner geladen und übernimmt die Kontrolle. Also solchen automatischen Downloadaktionen deaktivieren und nach Möglichkeit nichts von fremden Leuten annehmen (das ist wie in der Realwelt wo man auch den Kindern lernt, daß sie nichts von Fremden annehmen dürfen). Es gibt auch hier Ausnahmen, aber man sollte nich allzu leichtsinnig sein.
Trügerische Identitäten
Eine Falle anderer Art ist nicht so tragisch, aber doch oft etwas desillusionierend. Nicht jeder ist wirkich das was er zu sein vorgibt. Zum einen sind User mit Frauennamen nicht zwingend auch wirklich Frauen. Zum einen können sich Benutzerinnen oft kaum vor zudringlichen Chattern retten und werden dauern in Privatkonferenzen gerufen. Deshalb ziehen sie es oft vor sich als Männer getarnt ins IRC zu begeben. Zum anderen empfinden oft Männer Freude daran sich als Frauen auszugeben um somit interessante neue Perspektiven des Lebens kennenzulernen (mal ganz zu schweigen von irgendwelchen Neigungen). Also weiß man nie so genau mit wem man da wirklich spricht. Der kleine Junge der in den USA im Rollstuhl sitzt ist vielleicht in wirklichkeit eine 60 jährige Psychologin aus Japan oder umgekehrt. Noch obskurer wird es wenn man im IRC die Liebe seine Lebens findet, sich 3 Monate lang regelmäßig im IRC trifft, nett plaudert nur um dann festzustellen daß man einer künstlichen Intelligenz aufgesessen ist. Für diese sogenannten Bots (Robots) oder Fakes (Fälschungen) ist das IRC das ideale Betätigungsfeld. Hier sind alle Informationen digital und alles was hier läuft ist sowieso nur oberflächliches, oft sinnloses Gequassel. Die Grenzen sind hier fliessend und es ist schwer herauszufinden wer wirklich real ist und wer nicht. Letztlich kann man sich natürlich auch fragen, ob das überhaupt noch einen Unterschied macht.
Die wichtigsten Kommandos als Beispiele
(eine Liste der wichtigsten Kommandos gibt es hier)
Grundsätzliches
Das Wichtigste in IRC ist daß ALLE Kommandos mit einem Slash "/" beginnen. Alles was man ohne diesen Slash schreibt, das "sagt" man in den aktuellen Channel hinein. Das hat den Vorteil daß man schnell und einfach etwas sagen kann. Wenn man hin und wieder ein Kommando braucht, dann muß man eben den Slash am Anfang der Zeile schreiben. Dadurch ergeben sich Kommandos wie "/list" "/help" oder "/join". Bei vielen IRC Programmen heute wird man aber kaum noch Kommandos von Hand tippen. Dort kann man schon fast alles per Maus und Klicken erledigen. Trotzdem ist es gut diese Kommandos zu kennen, denn praktisch alle Programme erlauben nach wie vor das direkte Eingeben von Kommandos (undzwar immer dort wo man auch das eintippt was man sagen will).
Hilfe
Im IRC gibt es eine eingebaute Hilfefunktion die man mit "/help" aufrufen kann. Mit "/help list" erhält man gleich zusaetzliche Infos direkt ueber den Befehl "list" usw. Einfach mal ausprobieren. "/help" ohne sonstiges eingetippt liefert einem eine Liste moeglicher Befehle und ein paar zusaetzliche Erklaerungen zum Help-Befehl. Das ist im allgemeinen die beste Möglichkeit um sich über Befehle und Bedienmöglichkeiten zu informieren. Trotzdem sollen nachfolgenden ein paar Anwendungsbeispiele für Befehle gezeigt werden.
Reinkommen & Rauskommen
Hat man einmal das IRC Programm gestartet muß man sich noch zu einem IRC Server verbinden. Davon gibt es normalerweise einen ganzen Haufen. Man sollte sich aber einen suchen der bei einem in der Nähe liegt. Wenn man an der Uni in Stuttgart ins Internet geht sollte man auch möglichst den Stuttgarter Uni-Server wählen. (Eine unvollständige erste Liste gibt es hier). Man verbindet sich mittels des Befehls "/server". Man wählt dann zum Beispiel einen IRC Server mit "/server irc.leo.org:6667" an und verbindet sich (falls möglich) mit ihm. Man kann den Server auch wieder wechseln. Mit "/server" ohne sonstige angaben erhält man Informationen darüber wie und mit was man im Moment verbunden ist. (Mehr Infos im IRC einfach per "/help server")
Hat man genug vom IRC genügt es das ganze Programm zu beenden. Das macht man mit dem Kommando "/bye" , "/exit" oder "/quit". Dann werden alle Verbindungen zu Servern geschlossen und das Programm wird beendet.
Channels
Das wichtigste im IRC sind die sogennanten Channels. Man kann sich mit "/list" eine Liste aller Channels geben lassen, aber dabei sollte man vorsichtig sein. Wie schon erwähnt gibt es oft viele tausend Channels. Deshalb kann man zusammen mit dem List Kommando einschränkende Rahmendaten angeben und festlegen wieviele Personen mindestens und maximal in einem Channel sein müssen, damit er beim Auflisten erscheint. Man kann auch Teile des Namens vorgeben. Um etwa alle Channels auflisten zu lassen in denen mindestens 5 Personen und höchstens 20 Personen sind kann man "/list -min 10 -max 20" eingeben. Um alle Channels auflisten zu lassen die mit "mu" beginnen, kann man "/list #mu*" eingeben. Im Regelfall beginnen alle normalen Channels mit denen man arbeiten wird mit dieser "#" (traditionell gibt es noch andere, aber die haben für den Normalbenutzer heute keine Bedeutung mehr).
Generell sollte man bei der Suche nach neuen Channels eher Channels mit etwa 5 bis 20 Personen Füllung anstreben. Hier ist die Chance auf eine interessante Diskussion noch am größten. Gut sind auch eher allgemeine Channels wie "#blafasel", "#muenchen", "#berlin" oder "#germany", etc. Dort kann man auch leicht mitreden, während man in Fachchannels wie etwa "#linux" doch Schwierigkeiten haben wird als Neuer oder gar Laie akzeptiert zu werden. Letztlich gilt auch hier (wie bei jeder Kneipentour): Neue Freunde kann man an einem Abend gewinnen, aber gute Freunde brauchen Zeit. Um also wirkliche Beziehungen aufzubauen muß man sich öfters in einem Channel blicken lassen und die Leute kennenlernen (und vorallem sich erstmal merken wer wer ist). Zuviel Channelwechseln bringt also keine festen Bindungen und damit eventuell Frustration. Um neue Eindrücke zu gewinnen, kann man aber durchaus ab und an nach ganz neuen Channels ausschau halten. Es gibt wie gesagt mehr als genug davon.
Was muß man aber nun tun um in einen Channel zu wechseln? Hier reicht der einfache Befehl "/join #blafasel" um etwa nach #blafasel zu wechseln. Man ist dann in diesem Channel und kann dort sprechen. Verwendet man einen einfachen IRC Client, wird man komplett in diesen Channel wechseln und der Bildschirm wird vollständig von der Kommunikation in diesem Channel beansprucht. Grafische IRC Clients unterstützen aber eigene Windows für jeden Channel. Wechselt man also mit "/join" in einen neuen Channel wird sich automatisch ein neues Fenster öffnen in dem man die Kommunikation in diesem Channel verfolgen kann.
Wenn man nun etwas ohne führenden Slash "/" tippt und mit Return abschickt, so wird dies direkt in den aktuellen Channel "gesagt" und alle bekommen es binnen ein oder zwei Sekunden auf ihren Bildschirmen angezeigt. Zum Quatschen sind also keinerlei besondere Befehle notwenig. Einfach tippen. Fertig. So leicht.
Wer, Wo?
Man will natürlich auch wissen wer grad im Channel ist. Dazu gibt man einfach "/who *" ein und erhält eine Liste der Nicknames die im aktuellen Channel sind. Diejenigen User deren Nickname mit einem "@ANTISPAM@" gekennzeichnet sind, haben den Channeloperator Status und können besondere Kommandos ausführen (wie kick, bann, mode change, ...). Diese User besitzen sozusagen das Hausrecht in diesem Channel und haben die Kontrolle.
Will man nun mehr wissen über einen User so kann man den Befehl "/whois" benutzen. Einfach "/whois bubblegum" eingeben um sich dadurch mehr Informationen über den User "bubbelgum" anzeigen zu lassen. Die angezeigten Informationen müssen nicht vollständig sein und sind nicht zwingend richtig. Ein findiger Benutzer kann die Informationen leicht verfälschen. Man sollte sich also nicht blindlings drauf verlassen (z.B. wenn da steht "US President", dann ist das vermutlich einfach nur ein Gag), aber bei den meisten Benutzern verraet einem dies ein bischen mehr mit wem man es ueberhaupt zu tun hat. Dadurch kann man auch andere Benutzer weiderfinden oder weidererkennen, selbst wenn sie inzwischen ihren "Nicknamen" geändert haben.
Apropos Nicknamen ändern. Das geht ganz leicht. Wollen wir etwa "superhirn" heissen so geben wir einfach ein "/nick superhirn" und heissen ab sofort "superhirn", sofern dieser Nicknamen noch nicht belegt war. (Wer den Nicknamen zuerst wählt, der kriegt ihn. Wenn man sich wieder ausloggt verliert man sein Recht auf den Namen.) Wir sollten aber den Nicknamen nicht zuoft ändern, sonst werden wir von anderen Leuten nicht erkannt und können keine Bekanntschaften vertiefen.
Übrigens müssen wir nicht in einen Channel hineingehen um
zu sehen wer darin ist. Einfach "/who #muenchen" eingeben um zu
sehen wer grade in #muenchen chattet. Wenn man "/whois bubblegum"
eingibt sieht man auch in welchen Channels bubbelgum grade chattet. Wenn
bubblegum aber gerade aus dem IRC gegangen ist, funktioniert Whois nichtmehr.
Dann können wir es aber immer noch mit dem Befehl "/whowas"
probieren und erhalten dann noch für einige Minuten Informationen
die vermutlich die sind die wir suchen, obwohl das dann schon nichtmehr
so sicher ist. (Es könnte sich ja z.B. inzwischen jemand anderer diesen
Nicknamen angeeignet haben.) Also einfach "/whowas bubblegum" probieren,
wenn Whois nicht zum Erfolg führte und wir nurnoch gemeldet bekommen,
dass dieser Benutzer nicht existiert.