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(DNS) Domainnameserver / Domainnamen
Was sind Domainnamen? Was macht ein DNS?

(Um zu verstehen was ein Domainnameserver ist, kann es hilfreich sein wenn man ungefähr weiß wie das Client-Server Modell im Internet funktioniert und es schadet nicht wenn man weiß wie eine URL (Internetadresse) aufgebaut ist.)

Ein DNS (Domainnameserver) ist eine grundlegende Vorraussetzung für fast alle Aktionen im Internet. Er wird immer dann gebraucht wenn man einen Rechner über eine alphanumerische Adresse (wie z.B. "www.yahoo.com", "www.42.org", etc.) im Internet kontaktieren will.

IP Nummern
Grundsätzlich gibt es im Datenverkehr des Internet keine solchen anschaulichen Namen (wie "www.yahoo.com") sondern nur die sogenannten IP Nummern. Diese sehen dann z.B. so aus "129.222.101.200" oder "200.42.0.1" oder "133.1.198.53". Die IP Nummern bestehen aus vier Zahlen die jeweils von 0 bis einschliesslich 255 reichen können. Das ergibt somit 256 hoch 4 Kombinationsmöglichkeiten, also  4'294'967'296  Kombinationsmöglichkeiten. Diese gut 4 Millionen möglicher Reichneradressen werden durch einige reservierte Nummern eingeschränkt und durch die nachfolgend erklärte Strukturierung auf bestimmte Anwendungsfälle festgelegt. Das hat dazu geführt daß seit etwa 1996 befürchtet wird, daß die IP Nummern bald ausgehen könnten. Deshalb wird ständg an einer Novellierung des TCP/IP Systems gearbeitet wodurch es bald noch mehr Kombinationsmöglichkeiten geben wird.

Hierarchie der IP Nummern
Die IP Nummern sind hierarchisch aufgebaut. Im Prinzip bedeutet daß das man große Netzwerke aufbaut die man in mehrere kleinere unterteilen kann und die kann man wiederum in viele ganz kleine unterteilen und in denen hängen dann wieder diverse einzelne Rechner. Das schlägt sich auch in den IP Nummern nieder ist aber komplizierter. So kann man nicht eindeutig sagen welche der Ziffern einer IP Nummer zu welcher Hierarchiestufe gehoeren. Das liegt daran daß die Rechneradressen eigentlich in Binärschreibweise geschrieben werden und man sie mit diesen 4 mal 0-255 IP-Darstellung nur kürzer und übersichtlicher macht, aber dabei in jede der vier Zahlen verschiedene Hierarchiestufen reinrechnet. Würde man die Zahlen als Binärzahlen (0en und 1en) schreiben, könnte man genauer sehen welche Rechner wie wo zusammen hängen. Grundsätzlich gehören (einfach gesprochen) aber IP Nummern die einige Zahlen (vom Anfang her betrachtet) gemeinsam haben, zum gleichen Rechnernetz.

Aufgabe eines DNS IP <=> Domainnamen
Das alleine hilft uns aber noch kaum dabei uns die zwölfstelligen IP Nummern zu merken. Sie sind etwa so praktisch wie eine Telefonnummer und damit unbrauchbar. Damit jetzt aber nicht jeder Internetbenutzer ständig sein Adressbüchlein mit den wichtigsten IP Nummern mit sich herumschleppen muß hat man sich dazu entschlossen sogenannte DNS einzurichten, was sich bis heute sehr bewährt hat.
Ein DNS ist dabei ein Server der ständig mit dem Internet verbunden ist und eine Art Auskunftdienst bereitstellt. Der DNS kennt selbst alle IP Nummern oder weiß wo er diese erfragen kann. Man kann nun beim DNS die IP Nummern fuer beliebige Rechner abfragen. Um das ganze effizient zu gestalten und nicht zu komplex werden zu lassen hat man dabei sogenannte Domainnamen eingeführt, welche ein leicht zu merkendes Kürzel für die IP-Adressen darstellen. Nur diese Domainnamen kennt der DNS und diese Domainnamen kann er auch verarbeiten. Diese Domainnamen sind die inzwischen bestens vertrauten Internet Adressen, wie etwa "www.fascination.de", "www.entry.de" oder "www.dino-online.de".

Hierarchie der Domains
Die Domainnamen sind ebenfalls hierarchisch aufgebaut allerdings genau andersherum (d.h. man muß sie von rechts nach links lesen). Ganz rechts steht die sogenannte Top-Level-Domain, also in den obigen Beispielen ".de". In der Mitte steht das Subnetz und ganz links der jeweilige Rechner im Subnetz (hier immer "www", da dies die übliche Bezeichnung für Webserver ist). (genaueres siehe: URL-Tutor Abschnitt Rechneradresse) (Komplette Liste der Top-Level-Domains siehe hier) Die Vergabe und Registrierung der Domainnamen für bestimmte IP Nummern erfolgt dabei durch die sogenannte Internic Institution (bzw. in Deutschland durch Nic.de). Internic und Nic.de sind dabei keine staatlichen und auch keine wirklich offiziellen Stellen. Ihr Status ist im Moment unklar und eine Umstrukturierung des Verfahrens wird diskutiert.

DNS Regionen
Kein DNS im Internet kann heute mehr alle Rechner und damit alle IPs kennen. Es gibt deshalb einzelne Regionen für die jeweils unterschiedliche DNS zuständig sind. Wenn ein DNS nun eine Anfrage erhält die er selbst nicht beantworten kann so wird er erst einen fremden DNS um Rat fragen müssen. Er kontaktiert daher den für die jeweilige Region zuständigen DNS. Das geschieht in aller Regel sehr schnell und für den Benutzer unbemerkt. Wenn der lokale DNS eine IP bei einem anderen DNS angefragt hat dann merkt er sich diese Anfrage eine Weile in einem Cache-Speicher, denn oft kommen dann bald noch mehr Anfragen zu dieser IP und es wäre sinnlos jedesmal erneut beim zuständigen DNS nachfragen zu müssen.

Aliase und Ausnahmen
Wir haben also festgestellt, daß jede IP durch einen entsprechenden alphanumerischen Domainnamen repräsentiert wird den ein DNS umsetzen kann. Das gilt jedoch nicht immer. Es gibt auch IP Nummern denen kein Domainname zugeordnet ist. Dabei handelt es sich oft um Rechner die nur für internen Gebrauch bestimmt sind oder nicht direkt von einem Benutzer angesprochen werden sollen. Alle Rechner die im weltweiten WWW oder FTP Verkehr von der Öffentlichkeit benutzt werden können haben normalerweise auch einen Domainnamen, weil sich die IP Nummern kein normaler Benutzer merken will. Es gibt jedoch noch eine mögliche Besonderheit: Wenn ein Rechner einen Domainnamen hat so kann er trotzdem weitere Aliasadressen haben. Das bedeutet, daß verschiedene Domainnamen allesamt auf dieselbe IP-Nummer verweisen können. Zum Beispiel gibt es für den Domainnamen "www.cnn.com" noch den Alias "cnn.com". Beide Bezeichnungen weisen auf dieselbe IP Nummer hin. Das bedeutet also:

Ein Rechner hat immer eine IP Nummer, kann einen Domainnamen haben und kann zusätzlich beliebig viele Aliasnamen haben.

Wie spricht man einen DNS an?
Man wird selten selbst die Anfrage an einen DNS auslösen müssen. Alle Programme die man normalerweise aber benutzt, wie etwa Emailclient, Newsreader, Webbrowser werden automatisch einen DNS kontaktieren, sobald sie einen Rechner erreichen müssen zu dem sie nur einen alphanumerischen Domainnamen kennen. Sie fragen also den DNS nach der korrekten IP, erhalten diese und kontaktieren dann den entsprechenden Rechner. Ohne die entsprechende IP Nummer ist der Rechner dabei nicht zu erreichen. Fällt der DNS somit aus, kann man die Rechner nichtmehr erreichen, selbst man ihre Domainnamen kennt und selbst wenn die Netzwerkverbindung zum Ziel funktionieren würde. Um Kontakt zu einem DNS aber erstmal aufnehmen zu können braucht man dessen IP Adresse. Der Domainname eines DNS nützt einem überhauptnichts, da man den DNS damit ja nicht direkt erreichen kann und man den DNS aber erreichen müßte um den Domainnamen in die IP Numemr zu übersetzen. Adressangebn zu einem DNS müssen somit immer als normaler rein numerische IP Nummern erfolgen. Die Adresse des DNS muß dann bei jedem Rechner eingestellt (konfiguriert) werden, damit alle Programm auch automatisch wissen bei welchem Rechner sie für die Übersetzung anfragen können. Es gibt übrigens auch sepzielle Programme die nur dafür da sind DNS Server von Hand abzufragen, damit man sehen kann welche IP Nummern zu welchen Domainnamen gehören. Solch ein Programm ist z.B. "nslookup". Der Normalbürger wird es aber selten brauchen.

DNS Umgehen und Möglichkeiten beim Ausfall des DNS
Auch ein DNS kann mal ausfallen und jeder der dann eingestellt hat, daß alle Programme diesen DNS befragen sollen, wird erleben, daß plötzlich garnichtsmehr geht. Es erscheint nurnoch eine Fehlermeldung daß kein entsprechender Eintrag beim DNS gefunden wurde, der DNS nicht erreichbar ist oder es erscheint überhaupt keine Fehlermeldung aber es funktioniert eben garnichtsmehr. An solchen Problemen ist oft ein DNS Ausfall schuld. Um das zu verhindern kann man bei den meisten Rechnern mehrere alternative DNS eingeben. Wenn der eine DNS nicht erreichbar ist, wird einfach ein anderer DNS befragt und es klappt wieder alles. Man kann dabei eigentlich jeden beliebigen DNS ansprechen und verwenden, jedoch sollte er möglichst in der Nähe liegen, denn sonst dauern die Anfragen sehr lange. Wenn man keinen funktionsfähigen DNS zur Verfügung hat (zum Beispiel weil man die IP Nummer des Ersatz DNS nicht kennt), so kann man theoretisch noch alle Rechner direkt über ihre IP Nummer ansprechen, jedoch weiß man deren IP Nummern natürlich auch nur selten und alle 4 Millionen Adressen kann man auch nicht schnell eben mal durchprobieren. Zudem sind auf den Webseiten alle Links als Domainnamen in alphanumerischer Form geschrieben, ohne DNS bräuchte man aber die IP Nummern. Hat man jedoch oft Schwierigkeiten mit dem DNS oder will man ihn umgehen (z.B. weil er langsam ist) so kann man natürlich immer statt der Domainnamen direkt die IP Nummern verwenden.

DNS garantiert Variabilität
Ein DNS ermöglicht eine variable Weiterleitung selbst wenn ein Rechner umziehen sollte. Unter der Adresse www.lrz-muenchen.de kann in ein paar Jahren ein ganz anderer Rechner mit einer ganz anderen IP Nummer erreichbar sein. Das spielt keine Rolle. Es muß dazu lediglich die Datenbank der DNS ausgetauscht werden, sodaß die Adresse www.lrz-muenchen.de zur neuen IP hin übersetzt wird. Das Übersetzen der Adressen läßt sich natürlich auch im Normalbetrieb einfach variieren. Die Adresse "www.yahoo.com" wird deshalb nicht immer gleich übersetzt sondern mal in die eine IP Nummer umgewandelt und mal in die andere. Hintergrund ist, daß die Anfrageflut an Yahoo derartig groß ist, daß ein einziger Webserver diese nichtmehr bewältigen kann. Die Anfragen werden deshalb an verschiedene Rechner weitergeleitet. Dies wird durch einen "dynamsichen DNS" ermöglicht. Ein solcher dynamsicher DNS kann auch dafür sorgen, daß beim Ausfall eines Webservers, alle Adressen automatisch so übersetzt werden, daß stattdessen ein anderer Webserver angesprochen wird. Dies garantiert somit Ausfallsicherheit. Der Benutzer bekommt dabei garnicht mit zu welchem Rechner er jeweils durchgestellt wird. Zumeist interesiert es ihn auch garnicht.


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