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HiTechmagazin
Ausgabe 1, vom Oktober 1996

Hol Dir das neueste Plug In !
Für alle Gehirne ab Baujahr 1960 sind nun die neuen Plug-Ins verfügbar und direkt über das Netz herunterladbar. Java machts möglich. Die neue universelle Programmsprache funktioniert nicht nur im heimischen PC, in der Waschmaschine, im Toaster oder im Hefter, sondern auch im Groß- und Kleinhirn. Mehr Komfort durch die neuen Plug-Ins versprechen sich die meißten Software hersteller. Verfübar sind derzeit Audiovisuelle Erweiterungen zum Sehen von Infrarot und Ultraviolet. Interne Wecker und Terminkalender sollen bald folgen, genauso wie Telefonbuchkomplettverzeichnisse. Gearbeitet wird zudem an einem Mathematikpaket, das alle wichtigen Formeln und Zusammenhänge aus dem Bereich der Algebra, Geometrie, Analysis, Numerik und Statistik umfaßt und automatisch alle Berechnungen und Formelumwandlungen vornimmt. Wird vielleicht bald sogar das Studium unnötig? Wenn es nach dem Willen der großen Hersteller geht wohl schon. Zusammen mit einem Installationszertifikat erhält der Kunde ein komplettes Studien-Plug-In für sein Gehirn. Angeboten werden wohl bald alle gängigen Hochschulstudien. Von Architektur bis Zahnarzt, wird es nichtsmehr geben, das es nicht gibt. Der Titel Doktor wird also wohl bald einen regelrechten Boom erleben, jedoch wurde bereits darüber nachgedacht, einen alternativen Titel für Plug-In-Doktoren einzuführen. Übrigens, wenn Sie noch ein Gehirn vor Baujahr 1960 besitzen müssen sie nicht verzweifeln. Ein kompletter Austausch ist nicht unbedingt notwendig. Upgrades sind für fast alle Typen ab 1850 verfügbar. Sollten Sie es dennoch vorziehen, Gehirnkomponenten auszuwechseln denken sie daran ein Backup vom alten Langzeitspeicher anzulegen, damit die mühsam erarbeiteten Informationen nicht verloren gehen! Sollte ihnen ihr altes Gehirn nur nichtmehr leistungsfähig genug sein ist es jedoch in aller Regel kostengünstiger Komponenten nachzurüsten. Ko-Gehirne sind in verschiedenen Typen schon für unter tausend Mark zu haben. Interner Arbeitsspeicher ist aufgrund neuer platzsparender Hologrammtechnik ebenfalls kein Problem mehr. Pro Terrabyte zahlt man heute keine fünfzig Mark mehr. Problematisch ist teilweise, daß in vielen Schädeln nicht genügend Platz für Erweiterungsbausteine vorgesehen ist. Zur Not können sie sich jedoch mit externen Geräten begnügen, welche zudem unter mehreren Benutzern austauschbar sind. Für den intensiven Dauergebrauch erscheint das externe Gerät jedoch als recht lästig. Besser ist es da, sich gleich ein neues Gehäuse zu zulegen in dem man die zusätzlichen Komponenten spielend leicht unterbringt. Schädelübergrößen sind heute in vielen soliden Ausführungen zu bekommen. Achten sie beim Neukauf jedoch darauf, daß die Anschlüsse mit ihrem Gehirn kompatibel sind und daß genügend Steckplätze für neuronale Erweiterungen vorhanden sind. Eine Alternative bietet nun die Firma Zaphod an, indem sie dem Kunden einfach einen zweiten Kopf verpaßt. In diesem Zusatzbehälter finden bequem alle Arten von Erweiterungen platz.


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