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Act as a Pro
Auf dem Weg zum Profi diesmal auf den Spuren von Guildo. Ein kleiner Rückblick auf eine meisterhafte Profiaktion beim Nußeckenbacken für den Grand Prix mit vielen bunten Bildchen. 
Backen macht Freude 
Dieses Kochbuch von anno dazumal, der Wunsch nach Nußecken und eine handvoll Zutaten war alles was zu Anfang da war. Die Backaktion entstand spontan und mehr erzwungen als gewollt. Das Buch sah so alt aus wie das Styling von Guildo und die Zutaten waren alles andere als vollständig. Aber wozu ist man schließlich selbst ein echter PRO. Irgendwie wird man das ganze schon schaukeln. Also frisch ans Werk!

 
Das Rezept: 
 

Nuß- oder Kokosecken

Der Kommentar 
 

Hmmm ... Nuß ODER Kokosecken?? Das klingt aber nicht so sonderlich original, ob das dem Meister wohl gefallen hätte?

 
Der Teig 
150g Weizenmehl 
1 1/2 Dr. Oetker Backin 
65g Zucker 
1 Päckchen Dr. Oetker Vanilin Zucker 
1 Ei 

Zum Bestreichen 
2 Eßl. Aprikosen-Konfitüre 

Belag 
100 g Butter oder Margarine 
100 g Zucker 
1 Päckchen Dr. Oetker Vanilin Zucker 
2 Eßl. Wasser 
200 g Haselnußkerne (halb gemahlen und halb gehackt) 
oder 200g Kokosraspeln 

Guß 
50 g Puderzucker 
2 gehäufte Teel Kakao 
etwa 2 Eßl. heißes Wasser 
10 g Butter oder Margarine (zerlassen)

Für den Laien bereits sehr verwirrend hierbei: Die Vielzahl an Abschnitten und Zutaten. Da verliert man den Überblick und muß sogar rum rechnen um zu sehen wieviel man insgesamt braucht. 

Ob das 1x reicht .... hmmm ... machen wir lieber gleich 4x damit es sich lohnt. Also alle Zutaten mit 4 Multiplizieren. .... Na ob das reicht. Wenigstens braucht man nur 4 Eier, dafür fast n halbes Kilo Margerine, fast ein Kilo Zucker und ähnlich viel Mehl.  .... das sind Mengen die den Laien leicht überfordern können. Aber der Profi behält hier den Überblick und alles fest im Griff! 

Statt der Aprikosen-Konfitüre kann man bestimmt auch bittere Orangenmarmelade nehmen. Und die Haselnußkerne werden eben aus Mandelsplittern, geriebenen Haselnüssen, Nußkrokant und Haferflocken rekrutiert. Das wird schon hinhauen. Puderzucker haben wir natürlich auch nicht, da tuts auch normaler Zucker. Backpulver und Vanillezucker tauchen noch auf und alles andere wird sich irgendwie finden.

 
Für den Teig Mehl und Backin mischen und auf ein Backbrett (Tischplatte) sieben. In die Mitte eine Vertiefung eindrücken. Zucker, Vanille-Zucker und Ei hineingeben und mit einem Teil des Mehls zu einem dicken Brei verarbeiten. 
 
 
Hmmm ... ich soll einfach alles auf den Tisch kippen? Nö! Ich bin Profi, ich geh auf Nummer sicher, und mach das in einer großen flachen Schüssel. Auf das Sieben verzichte ich dafür großzügig, kippe gleich die Backpulverpäckchen hinein und die Vertiefung brauchts auch nicht. Ich will schon fast Zucker und Ei hineingeben, als ich stutze. Man gebe in ALLES Mehl das Ei hinein und verarbeite dann ein TEIL des Mehls zu dickem Brei. Mit messerscharfer Logik folgere ich sofort nach fünf Minuten (und kurzer Rücksprache), daß dies durchaus korrekt ist. Den Laien mag es verunsichern. In der Tat erscheint es verwirrend, den restlichen, mit Ei angebatzten, Teil des Mehls einfach unverarbeitet am Tisch zu belassen. Interpretiert man hier großzügig so erschließt sich einem, daß man einen Teil des Mehls vor Einbringung des Eis einfach weit genug abdrängen muß, sodaß mann DANN nur einen TEIL des Mehls mit dem Ei zusammen vermengen muß um Teig daraus zu formen. ... Nachdem dies erkannt ist, klappt es auch sofort im ersten Anlauf. Und mit teigiggen Händen wurtschteln wir im Buch herum um weiter zu lesen ....
 
Darauf das in Stücke geschnittene kalte Fett geben, es mit Mehl bedecken und von der Mitte aus alle Zutaten schnell zu einem glatten Teig verkneten. 
 
 
Auch das mag kompliziert klingen, meine Damen und Herren, aber lassen sie sich nicht beeindrucken. Es ist lösbar! So ein Teig ist halt anspruchsvoll aber dankbar. Also wir schneiden das Fett in Stücke und legen es rein (klingt unappetitlich in unserer Diät-Gesellschaft ist aber ganz natürlich) und dann ... ach wie entzückend ... dann bedecken wir die süßen kleinen Fettklümpchen mit Mehl ... damit ihnen nicht so kalt wird .... ODER WAS?!  Was soll denn das?  Aber! Nicht fragen - backen! ..... Mit dem Kommando Auf die Plätze Fertig Los, gehts auch schon los und wir versuchen in Windeseile alles zu einem glatten Teig zu verkneten ... und kneten .... und kneten ... und kneten .... und kneten ..... und langsam fragen wir uns: Was IST eigentlich ein glatter Teig? Ein topologisch ebenerdiges Teiggebirge, oder eine wohlgeformte konturlose Teigkugel??
 
Sollte er kleben ... Was für eine Frage? Und was bedeutet Kleben nun eigentlich? Heißt das, daß der Teil nicht sofort in tausend Krümel zerfällt oder daß er einen vollwertigen Superkleberersatz darstellt.
 
... ihn eine Zeitlang kalt stellen. Den Teig zu einem Rechteck von 32x24cm ausrollen, auf ein Backblech legen ... 
 
 
 
 
Ich bin Profi, ich gehe auf Nummer Sicher, ich stelle ihn kalt. Das Ausrollen während des Kaltstellens im Kühlschrank gestaltete sich jedoch schwierig und so beschloß ich es zeitlich zu verlagern. Mit Maßband rolle ich also präzise den Teig auf 320,00 mal 240,00 mm aus. Alles soll ja exakt sein. Indes frage ich mich ob der Kochbuchautor schwachsinnig war, denn es erscheint mit unpraktisch den Teig erst dünn aus zu rollen und dann auf das Backblech zu fummeln. Also drehe ich die Reihenfolge kurzerhand um. Und noch ein Problem ergibt sich. Bei mir handelt es sich ja um 4mal soviel Teig, also muß ich die Fläche mit 4 Multiplizieren. Wer in Mathe nicht dauernd geschlafen hat, weiß jedoch, daß man dazu KEINESFALLS BEIDE Längenangaben mit 4 Multiplizieren darf. Wer das täte hätten eine nur halb so dick als wie vorgesehene Teigschicht. Wir berechen also die Teigsollfläche (32cm x 24cm = 768 cm^2) und multiplizieren diese mit 4 (768 cm^2 * 4 = 3072 cm^2). Jetzt brauchen wir noch die neuen Kantenlängen. Dazu berechnen wir das Kantenlängenverhältnis der Ursprungsangaben (32 : 24 = 4 : 3 = 1,33333333333). Also müssen wir 3072 cm^2 nurmehr im Verhältnis 4:3 teilen. Dazu setzen wir die Gleichung an: 3072 = (4*x) * (3*x) und lösen auf nach 3072 = 12 x^2 und weiter 256 = x^2 woraus folgt x = 16. Also Kantanlängen (16*3=) 48 cm und (16*4=) 64 cm. Der Profi rechnet sowas natürlich schnell im Kopf. Also wir brauchen ein Blech von 48 cm x 64 cm. Hmmm. Und wenn wir das nicht haben können wir alternativ auch vier Bleche mit jeweils ... grübel grübel ... rechen rechen ... mit 24 cm x 32 cm nehmen. Alles klar? (Hinweis: Ich hab mich für eine weitere Variante mit 2 Blechen entschieden, aber die dafür notwendig Integralrechnung dürfte den Laien zusehr verwirren, und wird deshalb hier weggelassen.) 
 
 
Wer Probleme mit dem Ausrollen hat, hier noch ein paar Tips: Gleichmäßig mit rollenden Bewegungen rollen und dabei den Teig dünner (und keinesfalls dicker) werden lassen. Wenn es dochmal irgendwo reißt oder zu dünn wird helfen handelsübliche Teigrepairsets, die sich ein Profi aus Teig auch selbst herstellen kann. Ein passendes Teigrepairstück dann einfach auf Form schneiden, in die Lücke einsetzen und mit dem mitgelieferten Adaptionswerkzeug am Teigumfeld verankern. Danach die Nahstelle mit Schleifpapier abfeilen, bis keine Naht mehr zu sehen ist. 
 
... und dünn mit Konfitüre bestreichen. Ah! Die Konfitüre. Hier müssen die zwei letzten Marmeladengläser herhalten ..... DAS IST JA SCHON WIEDER BITTERE ORANGENMARMELADE ! ..... Naja, was solls, Gott seischtonk haben wir wenigstens irgendwas zum draufschmieren und wen interessierts schon, daß hier keine 2 Eßl (rechen rechen) und auch nicht die 8 Eßl ausreichen sondern der Teig sich erst nach zwei Gläsern wirklich bedeckt zeigt. Hauptsache er klebt. Und jetzt sind wir fertig .... Äh halt ... nee Moment mal
 
Für den Belag Wie Belag? Was hab ich denn eben drauf geschmiert? Hmm ... das dumme Rezept geht tatsächlich noch weiter. Der Laie mag hier einen Anflug von Panik erfahren. Aber keine Panik! Die vollendung des Rezepts soll schon mal geglückt sein.
 
das Fett mit Zucker, Vanillin-Zucker und Wasser zerlassen und einmal aufkochen. Die Haselnußkerne (Kokosraspel) darunter mengen und alles kalt stellten. 
 
Jetzt wirds schon schwierig. Welches Fett. Gemeint sind hier natürlich die 100g (bei uns 400g) Margerine für den Belag. Wir zerlassen also das ganze Zeug im Wasser ... wie auch immer das gehen mag und matschen fröhlich alles durcheinander. Das ist doch leicht, oder? Hier nehmen wir nun die diversen Nuß-, Mandel- und Hafelflockenreste die wir noch auftreiben konnten und mengen sie fröhlich durcheinander. Während das ganze langsam zu einer echt heißen Sache wird. Nachdem alles etwas aussieht wie dieses fettige Vogelfutter nehmen wir es vom Herd und versuchen es mit allen Mitteln irgendwie ab zu kühlen. (Tip: Dies ist ein guter Zeitpunkt um seinen Gefrierschrank ab zu tauen!) 
 
 
Die abgekühlte Masse auf den Teig verteilen ... Das klingt leicht, ist aber knifflig, denn der Profi weiß: Hier ist kein singulärer intensiver Haufen gemeint sondern eine stetige Gleichverteilung die nicht mit der gaußschen Klockenkurve korrelieren sollte. 
 
... und vor den Teig einen geknifften Papierstreifen legen. Hmmmm. Man mag hier spontan an einen Druckfehler denken. Vielleicht hat der Autor hier geknifft und gekifft verbuchwechselt, aber andererseits ergäbe dies für einen unbekifften Beobachter auch keinen rechten Sinn. Und was soll es wenn wir dem Teig huldigen indem wir vor seinen Füßen Papierstreifen ihm zur Ehre gereichen. Soll der Papierstreifen etwa eine Beschriftung sein, weil wir sonst die zahlreichen Bleche, Kuchen, Ecken und Plätzchen verwechseln könnten die sich bei uns im Backofen zum Garen treffen. Finden wir das konkrete Blech am Ende ohne geknifften Papierstreifen nicht wieder und wissen wir nichtmehr wann wir welches Blech herausnehmen müssen??? Fragen über Fragen ... Die Interpretation ist eine Glaubensfrage die deshalb hier nicht kathegorisch beantwortet werden sollte.
 
Gas: 1/2 große Flamme; Regler 3-4 
Strom: 10 Minuten vorheizen O 3 - U 3, 
backen O 2 - U 3; Regler 175-195 
Backzeit: 20-30 Minuten 
Ich möchte hier noch hinzufügen: 

13 Grad 10 Minuten 5 Sekunden Ost 
45 Grad 45 Minuten 30 Sekunden Nord  

Wasser 2,34m, 5km/h, 14°C, 20 Minuten 
Luft 14km/h, WSW, 19°C, 1010 mbar  

Sternzeit: 17421.23 

U 3 bis Odenonsplatz, U4 bis Hauptbahnhof, S1 bis Moosach, und dann nehmen wir die Tram 

 
Nach dem Backen das Gebäck etwas abkühlen lassen ... 
Welches Gebäck? Es sieht aus wie eine große braune Masse oder die Kunstkulisse für die Trickaufnahmen zum neuen Kinofilm "Der Wüstenplanet 2 - Die Rache der Nußecken". 

Es sieht auch irgendwie wie unser Teppich aus, wenn man ihn einige Wochen lang nicht wäscht und .... aber lassen wir das ...

 
.. in Vierecke von etwa 8x8 cm schneiden und diese nochmals in Hälften teilen ... 
 
 
Soweit jedoch liest der Profi schon garnichtmehr. Wozu auch. Das wesentliche ist getan. Jetzt kommt nurmehr das Nachgeplänkel. Und was steht da noch von Guß ... also wirklich ... wir brauchen nur noch ein elektrisches Profi Küchenmesser .... und fertig sind die Ecken .... 

Hier links sehen wir eine kleine Demonstration der Leistung eines modernen Küchengerätes. Wenn man da nicht aufpaßt, hat man danach zwei halbe Tischplatten. Als Motorsägenersatz ist das Gerät aufgrund seiner störenden Verländerungsschnur trotzdem nicht geeignet. 

Also sägen wir los ... und sägen .... und irgendwann kommt uns, daß Nußecken ja dreieckig sind und sich dies durch zwei sich kreuzende parallele Schnittschare nicht bewerkstelligen läßt. Hinweis für den Laien: Sowas gibt Rauten keine Dreiecke. 
 

 
Schließlich ist alles auf das richtige Format zusammengestutzt. Einziges Problem: Die Nußecken sollten eher Nußbrösel heißen, denn sie verhielten sich ungewohnt bröselig und widerspenstig. Von handlichen festen Schnitten die man leicht im Ganzen zum Mund führen kann, konnte hier nicht die Rede sein. Vielmehr war es ein Feuerwerk der Fragmente das in einem eindrucksvollen Schauspiel der Schwerkraft herabrieselte sobald man versuchte das begehrte Meisterstück zum Kauorgan zu geleiten.
 
Keine Zeit mehr für irgendwelche Fragen!
Der Grand Prix fängt gleich an und die ersten Gäste treffen auch schon ein!
Wir lassen das Rezept hinter uns und begeben uns nun zu Guildo und den Nußecken.
(Mist, wir haben das Himbeereis vergessen, aber wann hätten wir das denn noch machen sollen??)
 
Der Grand Prix beginnt und die Nußeckchen sind fertig. Wer hätte das gedacht. Vereinzelt greifen die Fans zu und knabbern an den Eckchen die anscheindend durchaus eßbar zu sein scheinen. Allenfalls als Guildo seinen halsbrecherischen Stunt hinlegt und auf die Gallerie hechtet verschlucken sich fast einige an den Nußeckchenkrümmeln. Danach beruhigt sich die Situation aber bald wieder.
 
 
Der Grand Prix neigt sich dem Ende zu. Die Bewertung folgt und Guildo hält nur einen mittelmäßigen Platz in der Mitte.
 
Aber auch die Nußeckchen haben nicht gerade abgeräumt. Erst halb aufgegessen. Kein Aroma? Keine Krönung? (... welche Krönung bitte?)
 
Wer hat hier Schuld??
Guildo, ich oder das Kochbuch?
 
 
Dann ein schrecklicher Verdach! 

Ein Nachlesen im Kochbuch bringt Gewißheit! 

 
 
 

 
Um Himmels Willen! 

Welcher Vollidiot hat nur dieses Backbuch geschrieben. Was soll ich mit diesen unprofessionellen Angaben?! Da muß man ja durcheinander kommen. 

Im guten Glauben, daß hier mit Profimaß gearbeitet wird, hab ich angenommen, daß die Zahl der Backinpäckchen angegeben waren und zwar mit 1 1/2 (in unserem Fall also Mal 4 gleich 6 Päckchen Backin Backpulver)

 
 
Gemeint waren aber ... 
1 1/2 GRAMM ... da stand ein "g" ... 
g g g ggggggggg 
So ein Mist. Wer achtet auch schon auf so kleinen nichtsnutzige Buchstaben ... das war ja dann ... viel viel zuviel Backpulver ... vier bis zehnmal soviel wie reingehört. Mit dem Kuchen hätte man ein Feuer löschen können. (Der Profi weiß: Pulverlöscher und Backpulver sind quasi identsich). Auf den Backpulverpäckchen finde ich jedoch keine Grammangabe. Das Problem wäre also überhauptnicht perfekt zu lösen gewesen!
 
 
Ein bischen fies fand ich erhlichgesagt dann auch diese Bürgerinitiative die gleich entstand und meine armen kleinen Nußecken boykotierte und überall mit Plakaten zum Verzicht aufrief.  Links ist ein Demonstrant mit Plakat zu sehen. Aber auch diese Darstellung ist offensichtlich falsch und fehlerhaft! Man beachte die Rechrschreibschwäche. Deshalb kann ich nur sagen: Eßt meine Nußecken, ich will sie auch nicht. Sie sind auch extra flockig leicht! 

Vielleicht schick ich sie an Guildo ...

 


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